Göttingen: Beschwerden über Feiernde am Leinekanal

Ratsfraktion kritisiert Verhalten der Stadt

Dagmar Sakowsky (Grüne), stellvertretende Ausschuss-Vorsitzende für Finanzen, Wirtschaft, allgemeine Verwaltungsangelegenheiten und Feuerwehr.
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Dagmar Sakowsky (Grüne), stellvertretende Ausschuss-Vorsitzende für Finanzen, Wirtschaft, allgemeine Verwaltungsangelegenheiten und Feuerwehr.

Nach Beschwerden von Anwohnern über Gruppen von Feiernden am Leinekanal erneuert die Stadtratsfraktion der Göttinger Grünen die Forderung nach einem sogenannten „Night Mayor“.

Göttingen – Er soll zwischen den Konflikt-Parteien vermitteln.

Die Grünen-Abgeordnete Dagmar Sakowsky, stellvertretene Vorsitzende des Verwaltungsausschusses begründet den Wunsch nach einem „Nacht-Bürgermeister“ auch mit der Haltung der Stadt, die sich laut Sakowsky nicht für die Vermittlung zwischen den Beteiligten zuständig fühlt. „Diese Haltung der Stadt ist uns unbegreiflich. Genau dafür haben wir doch im Sicherheits- und Ordnungskonzept der Stadt Göttingen das Format ‘Stadt vor Ort’ integriert“, kritisiert Sakowsky.

Nur aufgrund dieses Konzeptes der Stadt habe die Grünen-Ratsfraktion 2018 ihren Antrag auf einen „Night Mayor“ zurückgezogen. Die Stadt stehe nun im Wort, zwischen den Interessen-Gruppen zu vermitteln und mit ihnen eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten, erklärt Sakowsky.

Die Grünen fordern ein schnelles Handeln der Stadt, um im Bereich um den Leinekanal und den Waageplatz die Konflikte zwischen Anwohnern, Feiernden und Lokalbetreibern aufzulösen. Im Konzept „Stadt vor Ort“ hatte die Verwaltung vorgesehen, rund um Party-Hotspots „Runde Tische“ mit allen Beteiligten zu bilden, um den Interessen der Beteiligten gerecht zu werden.

„Wenn das nicht bloß warme Worte sein sollen, um die Kommunalpolitik zu beruhigen, sondern wenn es tatsächlich in der Stadt Wirkung entfalten soll, ist jetzt Handeln angesagt“, fordert Sakowsky. Für sie könnte ein „Night Mayor“ genau das leisten, was die Stadt mit ihrem Sicherheits- und Ordnungskonzept eigentlich erreichen wollte.

Für Sakowsky ist der „Night Mayor“ auch deshalb eine überzeugende Idee, weil er nicht Teil der Ordnungsbehörden ist und Bußgelder verteilt. Er soll in der Party-Szene vernetzt sein und die Interessenslagen aller Parteien kennen. Er solle eine „ausgleichende Mittelsperson“, die präventiv und schlichtend handelt. „Wir sind gerne bereit, den Antrag auf einen Night Mayor erneut zu stellen, sollte die Verwaltung mit ihrem Konzept ‘Stadt vor Ort’ nicht überzeugen können“, betont Sakowsky.  (ana)

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