Aktion für die Umwelt von Uni und Pro City

Grüne Stoffbeutel sollen Plastiktüten in Göttingen verdrängen

+
Präsentation auf der Baustelle Alte Mensa Wilhelmsplatz: Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel (links) und Pro-City-Geschäftsführerin Frederike Breyer werben mit neuen Baumwolltaschen für die Stadt. Viel wichtiger aber: Damit sollen die Plastik-Tragetaschen aus den Göttinger Innenstadtgeschäften verschwinden. 70 Geschäfte und die Uni machen schon mit.

Göttingen. Die Universität und die Innenstadt-Händlergemeinschaft Pro City wollen Göttinger Läden frei von Plastiktüten machen. Die Kampagne mit kostenlosen Baumwolltaschen startet im November.

Uni-Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel hat die Idee importiert – aus den Vereinigten Staaten. Ein Aufenthalt in Dallas (Texas) hat der Göttingerin 2014 die Augen geöffnet: In Dallas sind Tragetaschen aus Plastik in Geschäften tabu. Auch in Los Angeles werden in Supermärkten, Drogerien und anderen Läden keine Tragetaschen aus Kunststoff mehr an Kunden abgegeben und das schon seit 2010.

„Was Dallas kann, das kann Göttingen auch“, dachte sich Ulrike Beisiegel und fand in Pro-City-Geschäftsführerin Frederike Breyer gleich eine Mitstreiterin. Jetzt soll nach den US-Millionen-Metropolen Los Angeles und Dallas auch Göttingen, zunächst im November und zumindest in der Innenstadt das Credo gelten: keine Plastik-Taschen!

Damit es nicht bei einem Appell an Kunden und Geschäftsinhaber bleibt, haben Beisiegel und Breyer gehandelt und gekauft: 20.000 knallgrüne und nach Öko-Standart produzierte Stofftaschen mit gelber Aufschrift „GÖ“, gebildet aus Blüten, Pflanzen und Tieren, werden bald ausgegeben. 70 Innenstadthändler, und die Universität beteiligen sich an der Aktion. „Weitere können gerne dazukommen“, sagt Frederike Breyer.

Kunden bekommen die knallig-auffällige Stofftasche dann statt einer Plastiktüte. Aber: Sie sollten die Tragemöglichkeit dann auch bei den nächsten Einkäufen dabei haben – und gleichzeitig noch Flagge für ihre Stadt und die Aktion zeigen.

„Die Händler und das Personal sollen die Kunden dann auch fragen, ob sie auf eine Plastiktasche verzichten“, sagt Breyer. Umgekehrt könnten Kunden aber auch deutlich machen: „Nein, ich benötige keine Plastik-Tüte“, stellt die City-Managerin klar.

Und auch dahinter steht ein Anreiz: Für jede Plastik-Tüte, die Kunden ablehnen, zahlen die Geschäftsinhaber eine Münze in eine Spendenbox. Das Geld kommt dann der Initiative „Plant for the Planet“ zu Gute. Die wurde als Schulaktion von dem neunjährigen Felix Finkbeiner gegründet und ist zu einer globalen Bewegung geworden. Ziel ist, auf der ganzen Welt Bäume zu pflanzen, um die Klimakrise zu bekämpfen. In jedem Land der Erde sollen so eine Millionen Bäume gepflanzt werden. Gut 14 Milliarden sind es bis jetzt, knapp vier Milliarden fehlen noch. Göttingen kann also Felix und dem Weltklima helfen – mit dem Verzicht auf eine Plastiktüte beim Einkauf und mit einer Spende.

Eine Internetseite dazu gibt es auch: www.ich-nehme-es-in-die-Hand.de – sie steht auch in großen Lettern auf der „GÖ“-Tasche.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.