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Grundlagenforschung aus Göttingen: Fördert hohe Zuckerkonzentration auch Parkinson?

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Von: Thomas Kopietz

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Jubel über Preis der Parkinson-Stiftung: Prof. Outeiro Tiago und Dr. Annekatrin König sind für ihre Grundlagenforschung zu Parkinson ausgezeichnet worden.
Jubel über Preis der Parkinson-Stiftung: Prof. Outeiro Tiago und Dr. Annekatrin König sind für ihre Grundlagenforschung zu Parkinson ausgezeichnet worden. © UMG/nh

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Diabetes und Parkinson? Grundlagenforschungen in diesem Bereich wurden jetzt ausgezeichnet.

Göttingen – Die Erforschung von Ursachen, Folgen der Parkinson-Erkrankung, aber auch an Medikamenten und Therapien wird in Göttingen mit Nachdruck betrieben – und nun steht auch der mögliche Zusammenhang zwischen Diabetes und Parkinson im Fokus. Je zwei Grundlagenforscher der Universitätsmedizin (UMG) sind jüngst mit dem Preis der Parkinson Stiftung ausgezeichnet worden, der erstmals verliehen wurde und mit 100.000 Euro dotiert ist.

Das sind Dr. Annekatrin König und Prof. Tiago Fleming Outeiro, Direktor der Abteilung für Experimentelle Neurodegeneration der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), sind von der „Parkinson Stiftung“ mit dem Innovationspreis in der Kategorie „Grundlagenforschung“ ausgezeichnet worden.

Die Wissenschaftler erhielten die Auszeichnung für die Konzeption einer Studie zur Untersuchung von durch Zucker modifiziertem alpha-Synuclein. Alpha-Synuclein ist ein Protein, das bei der Entstehung und Progression der Parkinson-Krankheit eine Rolle spielt. Bestandteil des prämierten Konzeptes ist die Entwicklung und Produktion von spezifischen Antikörpern. Mit diesen können bestimmte durch Zucker modifizierte Proteine erkannt und markiert werden. „Wir wissen seit langem, dass es einen Zusammenhang zwischen der Zuckerkrankheit Diabetes und der Parkinson-Krankheit gibt. So leiden Diabetes-Patienten etwas häufiger unter Parkinson.“

Worin der Zusammenhang auf zellulärer und molekularer Ebene besteht, ist jedoch noch unklar“, sagt Tiago Outeiro. Ein besseres Verständnis dieser Prozesse könnte aber dabei helfen zu verstehen, weshalb manche Menschen die Parkinson-Krankheit bekommen. „Wir vermuten, dass durch die erhöhten Zuckerkonzentrationen im Gehirn und im Blut von Diabetikern bestimmte Proteine verändert werden, sich dies auf die Nervenzellen auswirkt und zur Entstehung von Parkinson beitragen kann,“ sagt Annekatrin König. Die hergestellten Antikörper sollen eingesetzt werden, um gezielt zu überprüfen, ob durch Zucker modifizierte Proteine bei der Entstehung der Erkrankung eine Rolle spielen.

Parkinson ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung. Die typischen motorischen Symptome umfassen Muskelzittern, verlangsamte Bewegungen, Muskelstarre sowie Haltungsinstabilität. Darüber hinaus können verschiedene nicht-motorische Symptome wie des Magen-Darm-Systems auftreten. Typischerweise sind Menschen über 50 Jahre betroffen. Schätzungen ergaben, dass 2040 weltweit mehr als zwölf Millionen Menschen vermutlich an der Parkinson-Erkrankung leiden.

Untersuchungen der Gehirne von Menschen mit Parkinson zeigen, dass die Nervenzellen in bestimmten Hirn-Regionen absterben. Eine ursächliche Therapie der Erkrankung – die den Tod eben dieser Nervenzellen verhindert oder zumindest verzögert – ist derzeit nicht verfügbar. Nur ein kleiner Teil der Erkrankungen hat eine bekannte genetische Ursache. In den meisten Fällen ist nicht klar, wodurch die Erkrankung ausgelöst wird. Gleichwohl schreitet die Forschung voran – auch am Standort Göttingen mit seiner ausgeprägten Stärke auf dem Gebiet der Neurowissenschaften. (Thomas Kopietz)

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