Neues Labor- und Bürogebäude

Grundsteinlegung für Abberior am Nordcampus: Wo künftig die Super-Mikroskope gebaut werden

Grundsteinlegung für den künftigen Firmensitz von Abberior am Göttinger Nordcampus: (von links) Jörn Brüning (Generalunternehmen MBN), Alt-Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, Nobelpreisträger und Abberior-Mitbegründer Prof. Dr. Stefan Hell, GWG-Chefin Ursula Haufe, Abberoir-Geschäftsführer Dr. Gerald Donnert und Planer Dirk Rosenneck.
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Grundsteinlegung für den künftigen Firmensitz von Abberior am Göttinger Nordcampus: (von links) Jörn Brüning (Generalunternehmen MBN), Alt-Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, Nobelpreisträger und Abberior-Mitbegründer Prof. Dr. Stefan Hell, GWG-Chefin Ursula Haufe, Abberior-Geschäftsführer Dr. Gerald Donnert und Planer Dirk Rosenneck.

Die Mikroskope von Nobelpreisträger Stefan Hell liefern die schärfsten Bilder von Zellen. Sie sollen auch künftig in Göttingen gebaut werden. Dafür wurde jetzt der Grundstein für ein neues Labor- und Bürogebäude auf dem Nordcampus gelegt.

Göttingen – Bis vor einiger Zeit war nicht klar, ob die von Hell mitgegründete Firma Abberior in Göttingen bleiben würde. Jetzt ist klar: Mit dem Neubau können die beiden Firmen Abberior und Abberior Instruments, die von Dr. Gerald Donnert als geschäftsführendem Gesellschafter geleitet werden, dauerhaft in der Uni-Stadt bleiben. Der Neubau, der voraussichtlich Ende 2022 bezugsfertig sein wird, bietet Platz für bis zu 200 Mitarbeiter. Momentan arbeiten für die beiden Unternehmen etwa 100 Beschäftigte, darunter etwa 60 am Standort Göttingen.

Abberior nutzt die Technologie, die von Hell erdacht wurde, und entwickelt daraus marktgerechte Geräte – derzeit vor allem für die Forschung. Neben dem Standort in Göttingen, an dem zwei besonders hochwertige Modellreihen hergestellt werden, gibt es noch Standorte in Heidelberg und in den Vereinigten Staaten sowie bald in China. Dort geht es vor allem um den Vertrieb. Ein Mikroskop von Abberior ist ab etwa 200 000 Euro zu haben. Für ein Spitzengerät, das in Göttingen gebaut wird, muss man etwa eine Million Euro bezahlen.

Bauherr für das neue Gebäude, das Labor- und Büroflächen bieten wird, ist die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG), die damit bereits das zehnte Objekt dieser Art baut und am Nordcampus etwa 14 Millionen Euro investiert, berichtete GWG-Geschäftsführerin Ursula Haufe. Das städtische Tochterunternhmen lässt den Gebäudekomplex schlüsselfertig von der Baufirma MBN aus Hannover bauen. Für die Planung ist „pbr“ aus Braunschweig verantwortlich. Solche Modelle mit schlüsselfertigen Bauten hat die GWG schon mehrfach in Göttingen realisiert. Alt-Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler betonte, dass man mit dem aktuellen Projekt einem zukunftsweisenden Unternehmen ein passendes Gebäude geboten werde. Allerdings machte er deutlich, dass der Baugrund in Göttingen nicht vermehrbar sei.

Blick auf die Baustelle: Auf dem Nordcampus entsteht die künftige Zentrale von Abberior.

Nobelpreisträger Hell, Gründer und Gesellschafter von Abberior, betonte, dass er nicht bei dem Unternehmen arbeitet. Er sei weiterhin Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen beschäftigt, schaue aber praktisch täglich bei seinem ausgegründeten Unternehmen vorbei. Hell machte deutlich, dass es ihm wichtig sei, die hochauslösende Mikroskop-Technologie schnell zur Verfügung zu stellen. Sie sei insbesondere in der Medizinforschung wichtig – um beispielsweise neue Krankheiten zu erkennen. Hell machte klar: „Wenn man die schärfsten Bilder aus Zellen haben will, kommt man an Abberoir nicht vorbei.“

Inzwischen hat Abberior 250 der Super--Mikroskope in alle Welt geliefert. Dabei seien Zweidrittel des Weltmarkts noch gar nicht erschlossen. Gleichzeitig freut sich Hell, dass mit dem Projekt ein Stück Nachhaltigkeit realisiert werde. Schließlich sei die Technik in Göttingen entwickelt worden. Nun sorge sie für hoch qualifizierte und gut bezahlte Arbeitsplätze in der Uni-Stadt. Weitere Infos gibt es hier. (Bernd Schlegel)

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