Grundsteinlegung für Groß-Rechenzentrum in Göttingen

Platz für die Super-Rechner am Nord-Campus

Hoch die Kelle: Grundsteinlegung für das Großrechenzentrum auf dem Nordcampus Göttingen. Von links: UMG-Vorstand Sebastian Freytag, MPI-Direktor Stephan Herminghaus, Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel, GWDG-Geschäftsführer Ramin Yahiypour, Wissenschaftsminister Björn Thümler und Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler. Foto: Thomas Kopietz

Göttingen. Am Nord-Campus entsteht ein einmaliges Gemeinschaftsprojekt: Uni, Uni-Medizin und Max-Planck-Institute bauen ein Großrechenzentrum. Fertig soll es 2020 sein.

Das Setzen des Grundsteines bei brütender Hitze für ein Großrechenzentrum lockte am Dienstagmittag auch den niedersächsischen Wissenschaftsminister Björn Thümler an den Burckhardtweg in Göttingens Norden.

Auf dem Nord-Campus entsteht etwas Einzigartiges für Niedersachsen: Dort wird unter Federführung der Universität ein Großrechenzentrum gebaut – aber nicht nur für die Uni selbst, sondern für den gesamten Wissenschaftsstandort Göttingen.

Maschinenraum und Büros

Im ersten Bauabschnitt entsteht ein gemeinsam genutztes Gebäude mit „Maschinenraum“ und Büros – für etwa 38,5 Millionen Euro. 24,7 Millionen Euro zahlt das Land, 13,8 Millionen die Max-Planck-Gesellschaft.

Die Hochleistungsrechner des Rechenzentrums der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung Göttingen (GWDG) werden dort nach Fertigstellung 2020 gigantische Datenmengen verarbeiten können – aus den beteiligten Einrichtungen: Max-Planck-Institute, deren fünf es in Göttingen gibt, Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und Universität.

Einmalige Zusammenarbeit

Diese Einmaligkeit der Zusammenarbeit an einem Wissenschaftsstandort betonten alle Redner, besonders aber Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel. Für sie werden mit den neuen Kapazitäten nicht mehr und nicht weniger als „optimale Rahmenbedingungen für den Forschungsstandort Göttingen sowie die Forschung und Lehre“ geschaffen. Diese sei heute extrem auf leistungsfähige IT-Strukturen angewiesen.

Thümler: Meilenstein

Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) griff noch höher: Für ihn ist der Bau ein Meilenstein der von der Landesregierung forcierten und finanziell stark geförderten Digitalisierungsoffensive. Trinkwasser für Forscher

Stephan Herminghaus, Direktor am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation sprach für die gesamte Max-Planck-Gesellschaft: „Dieser Bau und das Schaffen der Bedingungen sind gar nicht hoch genug einzuschätzen“. Vor 30 Jahren seien die Rechner noch „Nahrungsergänzungsmittel für die Forscher gewesen, heute ist es das Trinkwasser“, strich er die Bedeutung heraus.

Erfolge in der Wissenschaft

Zudem hingen die Erfolge in der Wissenschaft ganz stark von den technischen und digitalen Möglichkeiten ab. In Göttingen entstünde nun eine IT-Infrastruktur, die weiterhin Erfolge in der Wissenschaft sichern helfe.

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler untermauerte wieder seinen Ruf: Er gilt als Bau-Fan und mag Kräne in seiner Stadt. „Sie stehen für Bewegung, Entwicklung.“ Am Nordcampus sei das seit vielen Jahren zu sehen. Er mahnte aber auch, dass der Fortschritt im digitalen Bereich rasant vor sich gehe. Und das Neue von heute, schnell zum Alten werde. Deshalb sei es wichtig, dass neben der Hülle, dem Gebäude, auch das Innere immer auf die Zukunft ausgerichtet sei. Das Projekt Großrechenzentrum am Nord-Campus jedenfalls käme zur rechten Zeit.

Mörtel trocknete ein

Für den künftigen Hausherrn, die GWDG, sagte Geschäftsführer Ramin Yahyapour: „So etwas in dieser Zusammenarbeit gibt es nirgendwo in Deutschland.“ Womit wir wieder bei der Einmaligkeit wären.

Fast wäre übrigens das Einmauern der Utensilien samt Metallröhre in den Fundamentsockel nicht mehr möglich gewesen: Der vorbereitete Mörtel hielt der Länge der Reden und der Hitze kaum stand. Ein Bauarbeiter musste immer wieder nachrühren. Ein ganz greifbares Problem – bei dem auch keine noch so große Rechenkapazität helfen würde. (tko)

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