Mit dem Grunz-Mobil gegen Massentierhaltung

Pro vegan, contra Massentierhaltung: Mit dem Grunz-Mobil warben Carsten Halmanseder (von links), Karin Wolf und Lea Kramkowski von der Albert-Schweitzer-Stiftung auf dem Bahnhofsvorplatz für einen Ernährung ohne tierische Produkte. Foto: Dittrich

Göttingen. Mit dem Schwein auf dem Dach warb die Albert-Schweitzer-Stiftung am Mittwoch mit dem Grunz-Mobil für eine vegane Ernährung.

Es war ein deutliches Kontrastprogramm zu den Geschäften im Göttinger Bahnhof: Während im Gebäude schnelles Essen mit Fleisch, Fisch, Milch und Eiern verkauft wird, warben Carsten Halmanseder und seine Mitstreiter mit einem Dokumentationsfilm für veganes Essen, also eine Ernährung die auf tierische Produkte verzichtet.

Aus Sicht von Halmanseder ernähren sich die Menschen noch wie in der Steinzeit. „Es gibt genug Alternativen heute, wir brauchen keine tierischen Produkte mehr.“ Vor allem die Massentierhaltung stört den Aktivisten, da sie in keiner Weise einer artgerechten Haltung entspreche.

Um die Wirtschaft zum Umdenken zu zwingen, apelliert er an das Gewissen der Menschen: „Wir als Konsument entscheiden wesentlich mit.“ Es geht Halmanseder dabei nicht nur um den radikalen Verzicht auf Hähnchen, Schwein oder Rind, sondern auch darum, sich überhaupt mit Alternativen zu beschäftigen. Den Menschen, mit denen Halmanseder, Karin Wolf oder Lea Kramkowski ins Gespräch kommen, wird deswegen eine „Vegan Taste Week“ empfohlen: Eine Woche Verzicht auf tierische Produkte mit Rezeptideen und Ernährungstipps.

38 Jahre habe Halmanseder Fleisch gegessen, jetzt wirbt er im Kuhkostüm für vegane Ernährung. „Es ist kurios“, sagt er, „80 Prozent sind gegen Massentierhaltung. Trotzdem wird immer noch dasselbe günstige Fleisch gekauft.“

Stattdessen zum Bio-Metzger gehen hält er aber nicht für sinnvoll. „Wenn das alle machen würden, müsste der ja wieder auf Massentierhaltung umsteigen um den Bedarf zu decken.“

Mit dem Platz vor dem Bahnhof waren die Aktivisten weniger glücklich, weswegen sie am Nachmittag zusätzlich durch die Stadt zogen, um mehr Menschen von der veganen Probierwoche zu überzeugen.

Weitere Informationen:  www.vegan-taste-week.de

(bdi)

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