Kinder riefen Mutter um Hilfe

Begegnung mit Wölfen in der Heide - Reiter in Südniedersachsen haben keine Angst

Reiterinnen in der Näche von Göttingen
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Reiterinnen in der Näche von Göttingen: Das Thema Wolfsbegegnungen spielt für sie keine Rolle.

Nach einem Bericht über eine Wolfsbegegnung von Reiterinnen in der Südheide haben wir nachgefragt: Fürchten Reiter in Südniedersachsen Begegnungen mit dem Wolf?

Landkreis Göttingen – Die Vorstellung bei einem Ausritt durch den Wald von einem Wolf gejagt zu werden, lässt Reitern das Blut in den Adern gefrieren. Laut einem Bericht auf jagderleben.de sei das zu Anfang des neuen Jahres zwei Kindern in der Südheide passiert. Erst durch das herankommende Auto der Mutter seien die Tiere in die Flucht geschlagen worden. Müssen sich Südniedersachsen, die gern ausreiten, nun Sorgen machen?

In Südniedersachsen sei der Wolf noch kein Thema, sagt Daniela Ahlborn mit einer Pferdepension mit Pferdeausbildungsbetrieb in Hettensen. Zwar weiß sie, dass in der Region auch schon ein Wolf gesichtet wurde. Dennoch, auch von den Einstellern seien sie bislang auf das Thema „Wolf“ noch nicht angesprochen worden.

Ahlborn sagt: „Wir reiten ganz normal aus.“ Genauso wird es im Vorstand des Reitervereins Bovenden gesehen: „Bei uns ist der Wolf kein Thema. Überhaupt nicht“, heißt es dort. Auch im Reit- und Fahrverein Holzerode fürchtet niemand, beim Ausritt einem Wolf zu begegnen. Wildbegegnungen seien normal, berichtet die Pressesprecherin des Vereins, Dr. Ulrike Libal. Wildschweine sähen Reiter häufig. Dass der Wolf für die Region noch keine Rolle spiele, bekräftigt Antje Koch, Vorsitzende vom Pferdesportverband Südniedersachsen.

Für Reiter gelten die gleichen Empfehlungen wie für Spaziergänger und Hundeführer, sagt Raoul Reding als Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft Niedersachsen. Wer einem Wolf begegne, solle versuchen, einen respektablen Abstand zu dem Tier zu halten. Außerdem empfiehlt Reding, den Wolf auf sich aufmerksam zu machen, damit er sich zurückziehen könne. Ein Wolf sehe sich das Geschehen zunächst an, bevor er sich zurückziehe. Verschwindend gering nennt Reding die Wahrscheinlichkeit, dass der Wolf tatsächlich angreift.

Reitern empfiehlt der Wolfsbeauftragte, ihr Pferd für einen Ausritt auf jeden Fall an Hunde zu gewöhnen. Zwar sei Südniedersachsen bislang kein Wolfsgebiet. Aber durch das Wanderverhalten dieser Tiere könnte jederzeit auch dort ein Wolf auftauchen.

Eine Warnung auszusprechen, hält der Fachmann aber für übertrieben. Er bittet jeden, der einen Wolf sieht, dies im Internet auf wolfsmonitoring.com zu melden. Auf der Karte dort ist zu sehen, dass in Südniedersachsen Wölfe bislang höchst selten gesichtet wurden. Raoul Reding macht jede Meldung dringend: Jeder Vorfall, der nicht gemeldet werde, sei so, „als hätte es ihn nicht gegeben“.

Wölfe verfolgten zwei Mädchen auf Ponys

Von einer Begegnung mit jungen Pony-Reiterinnen und einem Wolfsrudel berichtete kürzlich das Online-Magazin „Jagderleben.de“.

Demnach habe am 10. Januar in Südheide in Niedersachsen ein Wolfsrudel verfolgte zwei Kinder auf ihren Ponys verfolgt. Die zehn und zwölf Jahre alten Mädchen seien am Nachmittag einen Waldweg entlanggerictten, als sich ihnen drei Wölfe aus dem Wald heraus näherten. Das habe die Kleinpferde beunruhigt. „Die 1,30 Meter großen Ponys scheuten und galoppierten davon. Die beiden Reiterinnen konnten sich im Sattel halten und schafften es, die in Panik versetzten Tiere durchzuparieren“, heißt es in dem Bericht.

Danach glaubten die beiden Mädchen, dass die Wölfe das Interesse verloren hätten. Die Schwestern seien danach von ihren Pferden abgestiegen, um die aufgebrachten Ponys beruhigen zu können. Doch pllötzlich seien die Wölfe wieder aufgetaucht und hätten sich der Gruppe bis auf 15 Meter angenähert. Dabei hätten die Tiere geknurrt. Die Mädchen hätten dann per Handy ihre Mutter angerufen. Als sich diese mit ihrem Auto näherte, habe sichdas Rudel in den Wald zurückgezogen. Die Mutter wolle nun ihre Kinder nicht mehr alleine ausreiten lassen. Das sei zu gefährlich, sagte die Mutter, die anonym bleiben wollte – aus Angst vor Drohungen gegen ihre Familie

Wie eine Sprecherin des Umweltministeriums in Hannover der Redaktion von „Jagderleben.de“ weiter mitteilte, habe man für den Umgang mit einer solchen Situation die Voraussetzung in der Wolfsverordnung geschaffen: Vergrämungsmaßnahmen seien hier zulässig. Das bedeutet, der Wolf könne durch Schmerzreize – wie zum Beispiel Gummigeschosse – vertrieben werden. Käme es trotz einer Vergrämung zu weiteren Nahbegegnungen, würde der Wolf zum Abschuss freigegeben.

Das Wolfsbüro im NLWKN habe sich vor Ort mit besonderer Aufmerksamkeit ein Bild gemacht und die Situation weiterhin sorgfältig im Blick, hieß es weiter aus dem Umweltministeriums, wie das Online-Magazin berichtete. (Ute Lawrenz und Thomas Kopietz)

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