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Wiegelmann wird Geschäftsführer des Symphonieorchesters

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Von: Thomas Kopietz

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Übernimmt einmal mehr den Posten als Geschäftsführer: Frank Wiegelmann, hier ganz vorn rechts im Bild, bei einer Probe des Göttinger Symphonieorchesters in der Lokhalle.
Übernimmt einmal mehr den Posten als Geschäftsführer: Frank Wiegelmann, hier ganz vorn rechts im Bild, bei einer Probe des Göttinger Symphonieorchesters in der Lokhalle. © Hubert Jelinek

Der neue (Interims-)Geschäftsführer beim Göttinger Symphonie Orchester (GSO) ist ein alter Bekannter.

Göttingen – Nach dem frühzeitigen Ausscheiden von Alexander Busche, dem der Aufsichtsrat nun auf Wunsch zugestimmt hat, übernimmt Frank Wiegelmann übergangsweise die Geschäftsführung. Busche hatte die Position seit November 2020 inne, wollte ursprünglich noch bis Ende März dabei bleiben, hatte jetzt aber den Aufsichtsrat um kurzfristige Auflösung seines Vertrages gebeten. Er wechselt zum Theater in Brandenburg an der Havel. Damit zieht es den 43-jährigen Kulturmanager auch wieder näher an seine langjährige Wohnstätte Berlin.

Der aufgeschlossene, offene Busche hatte keine einfache Wirkenszeit in Göttingen. Er kam mitten in der Pandemie, die das GSO wie andere Kultureinrichtungen auch mit voller Wucht, Auftrittsverboten und Kurzarbeit traf, eine „normale“ Konzertsaison und Managementarbeit unmöglich machte – ebenso die Pflege des treuen Stammpublikums.

Busche etablierte auch ein im Internet verfügbares Angebot, zudem gab es einige bemerkenswerte Konzertproduktionen unter Pandemiebedingungen – so die ersten Konzerte mit mehreren hundert Zuschauern in der Lokhalle unter großem organisatorischen und technischem Aufwand.

Persönlich bezeichnete Busche die Arbeit in einem kollegialen und professionellen Miteinander beim GSO als sehr erfolgreich – besonders strich er die überaus gute Zusammenarbeit mit Chefdirigent Nicholas Milton heraus.

Den Wechsel nach Brandenburg auf eine dort neu geschaffene Position des leitenden Intendanten hatten Alexander Busche und das GSO im August 2021 bekanntgegeben. Die Planungen für die GSO-Saison 22/23 habe er bereits vorbereitet.

Darauf bauen kann Frank Wiegelmann, eigentlich kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke, aufbauen. Er hatte zuvor ab April 2020 in den nicht minder schweren Monaten der aufkommenden Pandemie und bis zur Findung von Alexander Busche die Geschicke und Geschäfte geleitet.

Wiegelmann hatte sich damals auch damit verdient gemacht, in dem er das Gesamtklima beim GSO verbessert hatte, den Klangkörper wieder auf feste Schienen gesetzt hatte. Nach der Bitte Busches um kurzfristige Auflösung des Vertrags, sei er nun von Oberbürgermeisterin Petra Broistedt gefragt worden, ob er noch einmal übernehmen könnte.

„Ich mache das gerne“, sagte Wiegelmann auf HNA-Anfrage. „Ich kenne die Mitarbeiter, die Musiker, das ganze Konstrukt GSO, das macht es für mich einfach, einzuspringen“, sagte Wiegelmann und betonte gleichzeitig, dass sein Engagement nur für kurze Zeit gelten soll – und in seiner Freizeit geschieht, also nicht die Arbeit für die Stadtwerke beeinträchtigt.

Die Hoffnung auf ein nur kurzes Einspringen verbindet „Feuerwehrmann“ Wiegelmann mit dem Wunsch, dass mit der Findung eines neuen Geschäftsführers – das Bewerbungs- und Sichtungsverfahren ist bereits fortgeschritten – „dann einmal wieder für drei bis fünf Jahre eine Kontinuität auf der Position einkehrt“. Zur Erinnerung: Wiegelmanns erster Einsatz im GSO war notwendig geworden, weil Geschäftsführer Sven Halfar im April 2020 das Orchester verlassen, noch in seiner Probezeit gekündigt hatte.

Übrigens: Die Stadtwerke sind nun mit zwei Führungskräften im GSO vertreten: Der Technische Geschäftsführer Gerd Rappenecker ist Vorsitzender des Aufsichtsrates, eben jenes Gremiums, das nun Stadtwerke-Geschäftsführer-Nummer zwei zum übergangsweisen GSO-Geschäftsführer bestellt hat. (Thomas Kopietz)

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