Guano Apes beim Turnfest in Göttingen: Rock der härteren Gangart

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Viel Applaus für die Guano Apes: Die Band mit Wurzeln in der Region präsentierte in Göttingen ihre Hits.

Göttingen. Weitere musikalische Höhepunkte aus der vielfältigen deutschen Musikszene brachte der dritte Konzertabend des Erlebnis-Sportsfests auf der großen Bühne am Göttinger Kiessee.

Diesmal lag mit Guano Apes und Staubkind der Schwerpunkt bei Rockmusik – auch der härteren Gangart.

Doch zuvor redeten wieder alle über das Wetter, denn ein Starkregen am frühen Abend hatte erneut den Programmablauf kräftig durcheinander gebracht. Opfer waren diesmal die Lokalmatadoren von Kyles Tolone: Deren als Auftakt geplanter Auftritt musste wegen des verzögerten Beginns kurzfristig abgesagt werden und wird heute ab 16.30 Uhr auf der N-Joy-Bühne am Kiessee nachgeholt.

Also kam nun der Berliner Band Staubkind die Aufgabe zu, bei nach dem Unwetter deutlich gefallenen Temperaturen die Bühne und die Musikfans für den dritten Konzertabend des Erlebnis-Turnfests auf Betriebstemperatur zu bringen. Sänger Louis Manke und seine Band gelang dies recht gut, auch wenn der Platz vor der Bühne anfangs erst wenig gefüllt war. Mit ihrem melodienreichen Poprock und deutschen Texten sind die Musiker derzeit kreuz und quer durch Deutschland auf Festivals unterwegs, wenn sie nicht gerade als Vorgruppe von Unheilig auftreten.

Tatsächlich erinnerten der Musikstil von Staubkind und die markante Stimme von Manke unüberhörbar an den „Grafen“ und Unheilig. Die teils melancholischen und nachdenklichen deutschsprachigen Texte handelten von Sehnsucht und menschlicher Nähe, aber auch von Kälte und Distanz: „Wie weit ist der Weg zu dir zurück?“

Eingebettet in ausgefeilte fantasievolle Arrangements, war dies das Rezept für perfekte Pophymnen zum Arme schwenken, wozu der Sänger sein Publikum auch immer wieder animierte. Bei gegen Ende des Auftritt gegen 21.15 Uhr doch noch recht hellem Tageslicht – die Abendsonne blinzelte durch die Wolken – erschien allerdings die Aufforderung etwas befremdlich, dabei auch noch das Handylicht anzuschalten.

Höhepunkt des Abends

Der Festivalplatz war zu dieser Zeit immer noch eher locker gefüllt, doch stand der Höhepunkt des Abends ja erst bevor: Als die Guano Apes um 21.45 Uhr die Bühne am Kiessee übernahmen, standen die Fans dicht gedrängt bis weit in den hinteren Bereich des Geländes. Die Band mit Göttinger Wurzeln um Frontfrau Sandra Nasic entfesselte aus dem Stand ihr eigenes Gewitter mit greller Lichtshow und einem Sound in einer Lautstärke, die durch Mark und Bein ging. Textsichere Bewohner der Südstadt konnten mitsingen, ohne ihren Balkon zu verlassen.

Guano Apes beim Turnfest in Göttingen: Rock der härteren Gangart

Der Auftritt der Guano Apes erschien routiniert, man spielte professionell sein geplantes Programm ab – inklusive aller Hits. Irgendwie war es der Band anzumerken, dass sie sonst auf weitaus größeren Festivals zu Hause ist und dies auch international. Die Apes waren wohl selbst überrascht, hier in Göttingen nun eine Auftrittsmöglichkeit vor einer solchen Kulisse zu haben.

Dafür und für die professionelle Organisation des Musikfestivals als Ganzes bekamen die Verantwortlichen des Erlebnis-Sportfests 2016 ausdrücklichen Lob direkt von der Bühne. Und wohl alle Anwesenden konnten sich der Hoffnung anschließen, künftig an gleicher Stelle weitere Konzerte zu sehen.

Gelegenheit dazu besteht gleich heute, wenn am Nachmittag bzw. abends Kyles Tolone, Max Giesinger und Jupiter Jones mit ihren Auftritten die Open-Air-Konzertsaison am Göttinger Kiessee beenden.

Von Harald Kuhl

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