WAHLKAMPF Güntzlers Fußballtalk mit Waldemar Hartmann

Güntzler (CDU) lud ein zum Fußball-Talk in den Göttinger Monro‘s Park - mit Waldi Hartmann

Zu sehen sind Fritz Güntzler, Waldemar Hartmann (Mitte) und Dr. Ehsan Kangarani (links).
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Gute Laune beim Fußball-Talk: Zur Wahlkampf-Unterstützung kam Fritz Güntzlers Bekannter, Waldemar Hartmann (Mitte). Mit dabei Ehsan Kangarani (links).

CDU-Bundestagsabgeordneter Fritz Güntzler hatte zum Fußball-Talk mit Sportmoderator Waldemar Hartmann in den Göttinger Monro‘s Park eingeladen.

Göttingen – Ein Fußballspiel dauert 90 Minuten – manchmal auch länger. Klar, dass der Wahlkämpfer, Fußballfan, FC Bundestag- Kapitän und Schiri Fritz Güntzler die Spielzeit beim Fußballtalk mit Sportmoderator i.R. Waldemar (Waldi) Hartmann auf 90 Minuten ansetzt, sich gleichwohl des Risikos bewusst ist, dass es in die Verlängerung gehen könnte. Geht es im Monroes Park auch – so viel sei vorweggenommen.

Mit dabei ist Ehsan Kangarani, der zwei Tage zuvor ein wichtiges Spiel ganz verloren, den Einzug ins Finale der Oberbürgermeisterwahl hauchdünn verpasst hat – gegen eine Grüne.

Das, passt dem bekennenden CDU-Wahlkampfhelfer Waldi gar nicht. Mit den Grünen spielt er ungern Doppelpass, lässt sie aber auch nicht gewinnen. Dem gut gelaunten Verlierer Kangarani zeigt Waldi mal kurz und knapp, wie er hätte auftreten müssen, um zu gewinnen: Das ganze Geschwätz ein Bürgermeister „für alle“ zu sein, sei Schmarrn. „Ehsan, Du musst sagen: Ich bin der Bessere!“ So geht das.

An Selbstvertrauen mangelt es Hartmann nicht, auch nicht am Mut, seine Meinung zu sagen. Die muss man nicht immer teilen, ist aber allemal besser als geglättete Nullaussage-Sätze a´ la Laschet und Scholz.

Kritisch geht Waldi mit sich ins Gericht, wenn er auf seine fußballerischen Fähigkeiten angesprochen wird. „Kein Talent“, ist das Fazit. Aber Spaß gemacht hat´s. Vor allem im legendären FC Schmiere mit den Großen des Kabaretts: Sammy Drechsel und Dieter Hildebrandt.

Spaß. Den hat Waldemar Hartmann, der gebürtige Franke, der sich aus München gen Leipzig abgesetzt hat („Eine wunderschöne Stadt“). Dort lebt er mit seiner Frau dicht am Bermuda-Dreieck, dem Kneipenviertel. „Gefährlich ist das“.

Gerne geht er ins Stadion, zu den RB-Spielen, in die Lounge und trifft auf alte Kumpels, wie den „Fredi“ (Bobic), für den er sich riesig gefreut hat, dass er die Frankfurter Eintracht in die Erfolgsspur gebracht hat. Fredi Bobic: Das ist der Typ Fußballer-Mensch, den Waldi mag: geradeaus, fröhlich, offen.

So wie der Waldi, das wird am Dienstag im Monroes Park vor 50 Zuhörern deutlich. Dann, wenn er von Baslers Eskapaden erzählt, vom „Uli“ (Hoeneß), vom „Franz“ (Beckenbauer) von den „96ern“ (Europameistern) und vom „Gerd“ (RIP Müller). Der sei so demütig und normal geblieben, war ein feiner Kerl.

Hartmann sagt auch, was ihm gar nicht gefällt: Nämlich Spieler, die mit 25.000-Euro-Rucksack und 15.000-Euro-Jacke zur Nationalelf fahren (Sanè). Und abkassierende Spielerberater, die, wie die Vereine, „Wagenburgen“ um die Spieler bauen. „Als Journalist kommst Du ja gar nicht mehr ran.“

Zu Waldis Zeiten, bis in die 90er, war das noch anders: „Wenn ich was wissen wollte, habe ich den „Auge“ (Augenthaler) oder den „Kalle“ (Rummenigge) angerufen und gefragt: „Wollen wir einen Kaffee oder ein Bier trinken?“ So ging das.

Das Ende dieser ungezwungenen Zeit kam laut „Waldi“, wie er im Nachgespräch sagt, „mit den ersten fotografierenden Handys“: „Was meinst Du“, fragt er suggestiv und mit großen Augen, „was losgewesen wäre, wenn´s das in 70ern schon gegeben hätte?“ Nicht auszudenken.

Fritz Güntzler fragt, welche Spieler ihn beeindrucken? Waldi überlegt. „Ja, von früher einige, wie der Effe (Effenberg) oder der Lothar (Matthäus), Steffen Freund“. „Aber heute? Hör mir auf!“ Negativbeispiel ist Alaba:: Wenn einem in München Großgewordenen 21 Millionen Gehalt zu wenig sind und der dann beim ersten Kick mit Real das Trikot küsst!“ Aber: „Musiala! Da schnalze ich mit der Zunge. Hoffentlich bleibt er so, wie er ist.“ Hartmann sagt das, was viele denken, die Fans, die sich das Ursprüngliche zurückwünschen, die Spielfreude, Spontanität, Ungestyltheit. So hegt er Sympathie für die Traditionsklubs wie Kaiserslautern, Schalke und dem HSV.

Nicht geheuer sind ihm diese „Laptop- und Zettel-Trainer“. Die harten Hunde wie Max Merkel, Hennes Weisweiler und Udo Lattek („mein Lieblingstrainer“) sind ihm lieber. Irgendwie ist dieser Waldi ja von gestern – aber damals war es im Fußball wirklich schöner, ehrlicher, normaler.

Über Politik wird auch gesprochen. Am Rande. Die Drei auf den Hockern sind sich einig, wer es werden soll. Waldemar Hartmann ist sowieso für die CDU, hat der in Sachsen geholfen, die AfD zu überflügeln. Nach 100 Minuten pfeift Fritz Güntzler ab. Das Spiel ging schnell rum. So schlecht kann es also nicht gewesen sein. „Sorry, aus mir sprudelt es immer so heraus“, entschuldigt sich Waldi. Gut so. (Thomas Kopietz)

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