Gutachter: Landkreise in Südniedersachsen müssen fusionieren
Göttingen. In Südniedersachsen kann es so nicht weitergehen: Nur durch stärkere Zusammenarbeit und Fusionen haben die Landkreise Northeim, Göttingen und Osterode eine Zukunft. Dies ist das Ergebnis eines Gutachtens des Internationalen Instituts für Staats- und Europawissenschaften.
So seien die Landkreise allein zwar lebens-, aber nur eingeschränkt zukunftsfähig. Zudem fehle eine gemeinsame Interessenvertretung für Südniedersachsen. Gutachter Professor Joachim Jens Hesse schlägt daher ein Stufenmodell vor: Zunächst sollten Northeim und Osterode fusionieren, die Stadt und der Landkreis Göttingen sollten ihr Verhältnis zueinander verbessern. Dann müsse eine Regionalvertretung geschaffen werden, bevor es möglicherweise zu einer großen Fusion komme.
Die Reaktionen der Politiker fielen verhalten aus: Der Osteroder Landrat Bernhard Reuter (SPD) sprach sich für eine schnelle Fusion aller Kreise aus. „Es spricht viel für die große Lösung, wenn sie akzeptiert wird“, sagte auch sein Northeimer Kollege Michael Wickmann (SPD).
Der Göttinger Landrat Reinhard Schermann (CDU) stellte dagegen infrage, dass eine solche Fusion wirklich im Interesse des Landkreises Göttingens liege. Diesem wurde im Gutachten ein beträchtliches Potenzial auch ohne Fusion zugeschrieben.
Der Göttinger Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) machte klar, dass zunächst die finanzielle Lage der Stadt verbessert werden müsse, da diese das Zugpferd für eine Fusion sei.