Neues Lüftungskonzept

Gute Luft, keine Störung: Tierarzt im Ruhestand hat Methode zur Luftverbesserung in Klassenräumen entwickelt

Außenaufnahme einer Wand mit Fenstern, in einem davon ist ein Ventilator eingesetzt
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Lüftungskonzept für Unterrichtsräume: Ein Produkt von Dr. Alfred Mennekes, der mit dem Göttinger Physiker und Direktor am MPI für Dynamik und Selbstorganisation für virenarme und saubere Luft in Klassenräumen sorgt.

Virenarme, sauerstoffreiche Luft – Um die in Klassenräumen gewährleisten zu können, hat Alfred Mennekes mit Professoren von MPI und TH Mittelhessen ein neues Konzept entwickelt.

Göttingen/Legden – Der Titel ist lang, aber klar und die Ergebnisse sind eindeutig: „Entwicklung eines effektiven, alltagstauglichen und kostengünstigen Lüftungskonzeptes für Schulen und Kindergärten im Zuge der Covid-19 Pandemie zur Minimierung der Ansteckungsgefahr im laufenden Betrieb.“

Darum ging es Dr. Alfred Mennekes und darum, virenarme und CO2 verringerte, sauerstoffreiche Luft in Schulräumen zu erreichen. Schüler und Lehrer sollen nicht frieren müssen und dürfen im laufenden Schulbetrieb nicht gestört werden.

Neues Lüftungskonzept: Gute Luftqualität in Räumen

So ging Mennekes ans Werk, suchte Partner, fand Prof. Eberhard Bodenschatz vom Göttinger MPIDS und Prof. Hans Seipp von der Technischen Hochschule Mittelhessen für die wissenschaftliche Begleitung sowie – und das ist fast noch wichtiger – Schulen in Legden, die an seinem Luftverbesserungskonzept teilhaben wollten.

Gute Luftqualität in Räumen hatte Mennekes schon lange im Blick. Der Tiermediziner im Ruhestand hat sich nämlich in seiner früheren Tätigkeit als Tierarzt intensiv mit Lüftung in Stallungen beschäftigt. Und: Das Prinzip einer funktionierenden Lüftung ist immer gleich, ob in Stallungen, Wohn- oder Unterrichtsräumen – schlechte Luft muss nach raus, frische Außenluft muss rein.

Neues Lüftungskonzept: Luft in 3 bis 4 Minuten austauschen

Von diesem Prinzip war Mennekes überzeugt: „Ein auf Vollast laufender Ventilator mit 4000 Kubikmeter Lüfterleistung schafft es, die gesamte Raumluft im Klassenzimmer in einer Fünf-Minuten-Pause in drei bis vier Minuten komplett auszutauschen.

Unterstützung fand Alfred Mennekes bei Handwerkern in seinem Heimatort Legden. Sie konstruierten ein Einbaumodul mit Ventilator, Steuerung und automatischem Lamellen-Verschluss. 150 Klassen wurden bisher damit ausgestattet.

Dazu wird in einem Fenster die Glasscheibe durch eine Isolierplatte ersetzt, in die ein Ventilator mit hoher Lüfterleistung eingebaut wird. Diesen kann man auch langsam laufen lassen, bei nur einem entfernt auf Kipp geöffneten Fenster.

Neues Lüftungskonzept: Lüftergeräusch „nicht zu hören“

Dadurch entfällt das weite Öffnen der Fenster während der Schulstunde, der Schulbetrieb wird nicht unterbrochen. Das Lüftergeräusch ist dabei laut Mennekes „nicht zu hören“.

Es werden nicht nur die eventuell virentragenden Aerosole aus Raum ausgeblasen, sondern auch CO2, das negative Auswirkungen auf Körper und Konzentrationsfähigkeit hat.

Neues Lüftungskonzept: „Schüler sind begeistert“

Wenn, nach Mennekes Aussage, 20 Minuten ein Klassenraum mit Schülern nicht gelüftet wird, dann steigt der CO2-Wert schon über 1500 ppm. „Ab 1000 ppm müsste jedoch schon gelüftet werden. Aber unter diesem Wert bleiben wir mit unserem Lüfter deutlich.“

Erste Erfahrungen bei den Lehrkräften und Schülern bestätigen die Effektivität dieses Lüftungskonzeptes. „Schüler sind begeistert“, berichtet Alfred Mennekes, der sich wünscht, dass dieses effektive Ventilatorkonzept Schule macht. (Thomas Kopietz)

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