Prozess startet Ende November

Aus Habgier: Mann soll seine Mutter mit Schürhaken erschlagen haben

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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier soll Ende November der Prozess gegen den 47-Jährigen beginnen.

Wegen eines grausigen Mordes muss sich demnächst ein 47-jähriger Mann aus Herzberg vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Der Angeklagte soll seine Mutter mit einem Schürhaken erschlagen haben.

Um das Verbrechen im September vergangenen Jahres zu vertuschen, soll er ihre Leiche im Wohnzimmer in einer Blumenbank einbetoniert haben. Erst sieben Monate später fanden Spürhunde der Polizei den Leichnam. Zuvor hatten die Beamten einen Vermisstenhinweis bekommen.

Der 47-Jährige war bereits frühzeitig ins Visier der Ermittler geraten. Zeugen hatten den Sohn der Ermordeten, der in Lappland lebte, um die mutmaßliche Tatzeit im September vergangenen Jahres in Herzberg gesehen. Nachdem sich der Tatverdacht gegen ihn erhärtet hatte, ließ die Staatsanwaltschaft Göttingen mit einem Europäischen Haftbefehl nach ihm fahnden. Im Mai nahm ihn die schwedische Polizei in der Provinz Västerbottens Iän fest, einige Tage später lieferte ihn die schwedische Justiz nach Deutschland aus. Seitdem sitzt der 47-Jährige in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf (JVA) in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus Habgier vor. Er sei arbeitslos gewesen und habe Schulden in fünfstelliger Höhe gehabt. Weil seine 74-jährige Mutter seinen Lebensunterhalt nicht weiter habe finanzieren wollen, habe er sie getötet, um weiter von dem Geld seiner Eltern zu leben.

Sieben Monate lang blieb das Verbrechen unentdeckt. Erst im April erhielt die Polizei einen Hinweis, dass die 74-jährige Rentnerin nicht anzutreffen und ihr Grundstück verwahrlost sei. Die Ermittler prüften daraufhin zunächst, ob sich die 74-Jährige bei ihrem Sohn in Schweden aufhielt. Als die Polizei den tatverdächtigen Sohn an seinem dortigen Wohnort verhaften wollte, war er verschwunden. Erst nach einer umfangreichen Fahndung, bei der auch Hubschrauber und Polizeihunde eingesetzt wurden, nahmen ihn die Beamten schließlich fest.

Bei der Verbüßung einer früheren Haftstrafe wurde der 47-Jährige vor einigen Jahren in der Öffentlichkeit bekannt, weil er im Knast mit dem Lauftraining begonnen und an Marathonveranstaltungen teilgenommen hatte, zum „Läufer des Jahres“ gekürt. Im Juni 2013 wurde er aus der JVA Rosdorf entlassen. Ab dem 27. November steht er nun wieder vor Gericht. Diesmal droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe.

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