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Junge Musiker traten in bei der Händel Competition gegeneinander an

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Von: Eva Krämer

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„Apollo´s Cabinet“ erzählte die Geschichte von Kitty Clive
„Apollo´s Cabinet“ erzählte die Geschichte von Kitty Clive © Internationale Händel-Festspiele

Drei Ensembles treten im Finale der Händel Competition in Göttingen gegeneinander an. Sie begeistern mit Werken von Händel, aber auch mit modernen Stücken.

Göttingen – Vermutlich hätten die Auftritte kaum unterschiedlicher sein können. Drei Ensembles traten am Dienstagvormittag (17.05.2022) im Finale der Händel Competition in, unter den kritischen Augen der Jury, in Göttingen gegeneinander an.

Eins hatten die jungen Musiker dann doch gemeinsam – alle spielten Stücke von Georg Friedrich Händel. Ganz im Sinne der Festspiele.

Händel Competition in Göttingen: Junge Musiker traten im Finale gegeneinander an

Den Start machten die Geigerin Xenia Gogu aus Moldawien und der spanische Cellist Victor Garcia Garcia, die gemeinsam das „Duo Auxesis“ bilden. Sie spielten, unter anderem, zwei Stücke von Georg Friedrich Händel und „Sliyanie“, was Xenia Gogu Vater Iulian Gogu, geschrieben hat.

Das Repertoire der beiden umfasst neben barocken Stücken auch selten aufgeführte Musik aus dem frühen 19. Jahrhundert. Das Duo ist bereits bei den Paesaggi Musicali Toscani und dem Musethica Festival aufgetreten. Beide nehmen am Monteverdi Choir and Orchestra Apprentices Programme und der Akademie des Collegium Vocale Gent teil.

„Duo Auxesis“: Selten aufgeführte Musik aus dem 19. Jahrhundert – eine Reise zwischen Moderne und Altem

Xenia Gogu und Victor Garcia Garcia bilden das „Duo Auxesis“
Xenia Gogu und Victor Garcia Garcia bilden das „Duo Auxesis“ © Internationale Händel-Festspiele

„Mit unserer Musikauswahl für das Finale wollten wir vom Alten ins Moderne und wieder zurück ins Alte reisen“, antwortet Victor Garica Garcia auf die Frage von Jochen Schäfsmeister, geschäftsführender Intendant der Festspiele, warum die beiden sich die Stücke ausgewählt haben.

„Um auch eine modernem Komponente mit rein zu bringen haben wir uns für das Werk entscheiden, was Xenias Vater geschrieben hat.“

„Duo soll´onde“: Stücke von Händel und Barbara Strozzi

Als Zweites traten die israelische Sopranistin Mayan Goldenfeld und taiwanesische Tung Han Hu am Cembalo an. Die beiden Musiker, die heute als „Duo soll´onde“ auftreten, lernten sich während ihres Studiums an der Universität der Künste in Berlin im April 2021 kennen.

Innerhalb einen Jahres gelang es Goldenfeld und Hu ein beeindruckendes Repertoire aufzubauen. Sie spielten bereits ein Konzert im Friedenauer Kammermusiksaal mit Stücken von Händel, Barbara Strozzi und Heinrich Schütz.

Starke, weibliche Charaktere

„Wir wollten starke weibliche Charaktere zeigen“, erklärt Mayan Goldenfeld. „Deshalb haben wir uns auch für das Werk einer weiblichen Komponistin entschieden.“

Das Duo präsentierte neben einem Stück von Händel auch „Pensiero troppo audace“ der italienischen Sängerin und Komponistin Barbara Strozzi. „Als weibliche Komponistin hatte Strozzi es nicht leicht. Das wollten wir darstellen“, erklärt Goldenfeld.

Mayan Goldenfeld (links) und Tung Han Hu wurden mit dem Bärenreiter Urtext-Preis ausgezeichnet.
Mayan Goldenfeld (links) und Tung Han Hu wurden mit dem Bärenreiter Urtext-Preis ausgezeichnet. © Internationale Händel-Festspiele

„Apollo´s Cabinet“: Die Geschichte von Kitty Clive

Kitty Clive, geborene Catherine Raftor, war Schauspielerin, Sängerin sowie Kabarettistin im London des 18. Jahrhunderts. Die Geschichte der Kitty Clive erzählte das Ensemble „Apollo´s Cabinet“. Die Gruppe gründete sich 2018 an der Guildhall School of Music and Drama in London.

Der Schwerpunkt des Ensemble liegt auf der Entwicklung von Programmen, die auf Geschichten basieren und verschiedenen Kunstformen miteinander verweben.

Die vier Musiker führte das Publikum durch das Leben von Kitty Clive. Einer Frau, die ihren Mann George nur zum Schein heiratete. Beide waren homosexuell.

„Shallow“ von Lady Gaga in einem barocken Stil

Sie trat in den Londoner Theatern als professionelle Sängerin auf, was für die damalige Zeit einzigartig war. Später präsentierte sie sich auch als Kabarettistin.

Auch etwas Modernes zeigte das Ensemble: So spielten sie das Lied „Shallow“ der Popsängerin Lady Gaga aus dem Film „A Star is born“ in einem barocken Stil. „Das Lied passt zum Leben von Kitty“, erklärt das Ensemble. „Sie hat nicht vergessen, dass sie eigentlich Catherine war, eine Frau mit eigenen Gefühlen und Gedanken.“

Auch das Publikum durfte ihren Favoriten wählen

Nach einer Beratungszeit der Jury verkündete Jochen Schäfsmeister die Entscheidung der Jury. „Sie haben es uns wirklich nicht leicht gemacht“, sagte Schäfsmeister.

Deshalb entschied sich die Jury den ersten Preis, der von der Göttinger Händel-Gesellschaft mit 5000 Euro dotiert ist, zu teilen: unter dem „Duo Auxesis“ und „Apollo´s Cabinet“.

Auch der Sonderpreis „Musik und Raum“ ging an die beiden Ensembles. Mayan Goldenfeld und Tung Han Hu wurden mit dem Bärenreiter Urtext-Preis und einem Notengutschein ausgezeichnet.

Auch das Publikum durfte wählen: Der Publikumspreis ging an das „Duo Auxesis“.

Infos zu allen Veranstaltungen der Händel-Festspiele unter händel-festspiele.de

„Die Oper ist wie ein Indiana Jones Film“, sagt Dirigent George Petrou im Interview über die Oper „Giulio Cesare in Egitto“, die in diesem Jahr das zentrale Stück der Händel-Festspiele ist.

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