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Händel-Festspiele: „Händel goes Tinder“ in der Aula am Waldweg

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Von: Ute Lawrenz

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Multimediale Oper: Dorinda (Channa Malkin, l.) erzählt ihrer Freundin Tatjana (Anastasia Kozlova, rechts) von ihrer Beziehung. Im Hintergrund Michael Diederich an der Gitarre und Gala Lozynska am Violoncello.
Multimediale Oper: Dorinda (Channa Malkin, l.) erzählt ihrer Freundin Tatjana (Anastasia Kozlova, rechts) von ihrer Beziehung. Im Hintergrund Michael Diederich an der Gitarre und Gala Lozynska am Violoncello. © Ute Lawrenz

Eine Händel-Oper und eine Geschichte einer Partnersuche in einer Dating-App? Eine unterhaltsame Stunde erlebten die Zuschauer bei „Händel goes Tiner: A new multimedia opera“.

Göttingen – Eine sehr unterhaltsame Stunde erlebten leider viel zu wenig Zuschauer im Rahmen der Göttinger Händelfestspiele mit „Händel goes Tinder: A new multimedia opera“ in der Aula am Waldweg.

Eine kleine Crew aus den Niederlanden hat die Liebesdramen aus Händels Oper in die Gegenwart versetzt und hat die Geschichte einer Partnersuche in einer Dating-App erzählt?

Eine Odyssee durch Betten von Männern

Schon bevor das Nachtkonzert beginnt, laufen Fotos über die Leinwand auf der Bühne. Es sind Fotos von einem Paar, das sich küsst, gemeinsam an einem Eis schleckt, kurz gesagt, eine gute Zeit hat.

Nach Beginn wird klar: Es sind Dorinda und Adam. Auf der Dating-App Tinder tauchen ihre Bilder auf. Doch ihr Status sagt, sie sind nicht zu haben. Denn sie leben in einer Beziehung miteinander.

Plötzlich ändert sich der Status bei Tinder: Adam gibt sich als Single aus und Dorinda hat vom Aus nur über Facebook erfahren. Nun beginnt ihre Odyssee durch die Betten von Männern, die ihr ewige Liebe schwören und sie dann schnell wieder fallen lassen.

Geschichte um die Liebe mit Musik von Händel

Sogar Adam bekommt eine zweite Chance. Doch nachdem diesmal Dorinda ihm den Laufpass gegeben hat, landet sie – völlig ahnungslos – mit Tatjanas Freund ins Bett und verliert so fast ihre beste Freundin.

Doch nach vielen Irrungen wird aus dem unsicheren Entlein schließlich der stolze Schwan Dorinda.

In der Inszenierung von Michael Diederich wird die Geschichte um die Liebe mit Musik von Georg Friedrich Händel erzählt.

l „Il primo ardor“ aus der Oper „Ariodante“ oder „Quanto diletto avea“ aus „Orlando“

Channa Malkin als Dorinda singt mit ihrem Sopran mit Breite in die Höhen und Tiefen manche seiner Arien wie zum Beispiel „Il primo ardor“ aus der Oper „Ariodante“ oder „Quanto diletto avea“ aus „Orlando“, um von ihren großen Gefühlen zu erzählen.

Wenn sie nicht singt, spricht sie mit ihrer Freundin Tatjana. Wie die Violine wird diese gespielt von Anastasia Kozlova. Als Tatjana durch einen Zufall erfährt, dass ihr Freund mit ihrer besten Freundin fremdgeht, spielt sie die Geige wie eine Waffe.

Mit dem Gitarristen Izhar Elias, Gala Lozynska am Violoncello und Avinoam Shalev auf dem Cembalo wird das musikalische Quartett komplett.

Das Ziel: Jungen Menschen die Oper näher zu bringen

Für Klangvarianz sorgt unter anderem Ishar Elias auf seinen drei Gitarren: Barock- Stahlsaiten- und E-Gitarrre. Seiner E-Gitarre entlockt er Töne wie aus einem Blasinstrument und schafft so den Anklang an ein Orchester.

Das Ziel, jungen Menschen Oper näherzubringen haben Channa Malkin und Anastasia Kozlova in der Regie von Michael Diederich in Göttingen leider kaum erreicht. Mit knapp 30 Menschen waren insgesamt zu wenig Zuschauer gekommen.

Doch diese applaudierten um so mehr. Denn die Idee ist gut und kann funktionieren - in der Aufführung ist aufgegangen, was Channa Malkin und Anastasia Kozlova wollten: Opernmusik ist „zeitgemäß, frisch und zugänglich“ geworden. (Ute Lawrenz)

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