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Händel-Festspiele: Ovationen für Familienfassung „Giulio Cesare“

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Von: Ute Lawrenz

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Internationale Händel-Festspiele Göttingen: Die Familienfassung der Festpspiel-Oper „Giulio Cesare in Egitto“ mit Kika-Moderator Juri Tetzlaff (Mitte, im Anzug)begeisterte die Zuschauer.
Internationale Händel-Festspiele Göttingen: Die Familienfassung der Festpspiel-Oper „Giulio Cesare in Egitto“ mit Kika-Moderator Juri Tetzlaff (Mitte, im Anzug)begeisterte die Zuschauer. © Ute Lawranz

Eine Familienoper mit Happy End: Zum Abschluss der Händel-Festspiele präsentierte das Opernensemble von „Giulio Cesare in Egitto“ eine Familienfassung unter der Leitung des des Regisseurs und Dirigenten George Petrou mit Kika-Moderator Juri Tetzlaff.

Göttingen – Das Opernensemble von „Giulio Cesare in Egitto“ hat in der Familienfassung unter Leitung des Regisseurs und Dirigenten George Petrou mit Kika-Moderator Juri Tetzlaff klar gezeigt: Es ist möglich, die dramatische Story, die regulär über vier Stunden dauert, in nur 70 Minuten zu erzählen.

Dazu bekamen die Zuschauer, unter denen nicht nur Kinder mit Eltern weilten, viele hilfreiche Erklärungen zur Festspieloper – und obendrein ein Happy End.

Als Abenteuergeschichte mit viel Grusel und Magie stellt Juri Tetzlaff die Oper vor, die 1724 uraufgeführt wurde.

Noch viel früher spielte die Handlung – eben vor mehr als 2000 Jahren: Der erfolgreiche Feldherr Cesare (Yuriy Mynenko) sei gerade an einem prunkvollen Grab, als plötzlich ein eisiger Wind aufkomme. Ein Korb wird auf die Bühne getragen

„Das ist der Kopf von deinem Ehemann und deinem Papa“

„Was da wohl drin ist“, fragt Juri Tetzlaff. Als er den Deckel anhebt, entfährt ihm ein „Oh“: „Das ist der Kopf von deinem Ehemann und deinem Papa“, sagt er zu Cornelia (Francesca Ascioti) und Sesto (Katie Coventry).

„Zum Glück sind wir in der Oper“, sagt er und lässt die Zuschauer aufatmen: Denn der Kopf ist nur aus Holz.

In der Oper geht es weiter mit der Frage, wie Cesare auf den Mord reagiert. Den, der das „Geschenkkörbchen“ gepackt habe, will der Feldherr hart bestrafen. „Habt ihr alles verstanden?“; fragt Tetzlaff die Kinder, nachdem sie die Arie Cesares gehört hatten.

Frauen spielten die „Hosenrollen“

„In welcher Sprache hat er gesungen?“ Nach dem Zuruf „Italienisch“ ergänzt der Moderator, dass das zu Händels Zeiten die Modesprache für Opern war.

Wegen Sestos Stimmlage will er wissen, ob in dessen Kostüm Mann oder Frau steckt und fragt Sesto nach seinem richtigen Namen. Katie [Coventry] gibt ihn preis und die Zuschauer lernen: Zu Händels Zeiten war es keine Seltenheit, dass Frauen „Hosenrollen“ spielten.

Sogleich lässt der agile Welterklärer die Menschen erst wie eine Frau auf hohen Schuhen trippeln, dann als Mann mit hängenden Schultern schlurfen – so, wie die Sängerin es vorgemacht hat.

Ägyptischer König ist aus Grab auferstanden

Aus dem Grab sei der ägyptische König auferstanden und melde sich mit Donnerstimme, entschlüsselt der Star aus dem Kinderkanal, Tolomeos ersten Auftritt und erkundet, wie Nicholas [Tamagna] so hoch singe.

Der Sänger ist Countertenor, beherrsche die Technik, mit Falsettstimme zu singen und nutze von den Stimmbändern nur das obere Viertel. Wieder lässt Tetzlaff die Zuschauer aufstehen, um mit ihnen diese Technik zu üben.

Countertenor Nireno (Rafal Tomkiewicz) bekommt Extraapplaus, als er die Hüllen fallen lässt und das bunte Outfit einer Bardame vorführt. Der „echt schräge Vogel“ helfe Cleopatra, Cesare für sich und ihre Ziele zu gewinnen, erklärt Tetzlaff.

Ein Happy End, im Gegensatz zur Festspieloper

Sie tue alles, um den Bruder zu stürzen. Im Kampf gegen ebendiesen Tolomeo lässt der Kika-Moderator das Publikum helfen: „Mit dem Dolch und Zauberkraft, helfen wir Sesto, damit er es schafft“, flößen die Kinder (und Erwachsenen) dem Kämpfer mehr Kraft ein. Auch Cesare stärken sie mit ihrer Zauberformel.

Zum guten Schluss ist das Böse an diesem Sonntagmittag im gut gefüllten Deutschen Theater besiegt. Im Gegensatz zum Ende der Festspieloper wird in der ,Oper light‘ ein Happy End gefeiert.

Zu jeder Menge Zwischenapplaus und zahlreichen Lachern gab es tosenden Applaus mit stehenden Ovationen. Nicht nur die Jüngsten waren begeistert. Die Händel-Festspiele endeten am Sonntag. (Ute Lawrenz)

„Die Oper ist bunt und aufregend. Ein bisschen wie ein Indiana Jones Film“, sagte George Petrou im Interview.

Bei der Händel-Competition begeisterten junge Musiker mit klassischen Händel-Stücken, aber auch mit moderner Musik.

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