Haft für Autohändler aus Adelebsen: Betrug in 85 Fällen

Göttingen. Ein 41-jähriger Mann aus Adelebsen (Kreis Göttingen) muss wegen betrügerischer Autogeschäfte für viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Das hat das Landgericht Göttingen entschieden.

Die Wirtschaftsstrafkammer befand den Autohändler des Betruges in 85 Fällen für schuldig. Ein mitangeklagter 56-Jähriger aus dem Vogtland erhielt wegen Betruges in 23 Fällen eine Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten. Nach Angaben einer Justizsprecherin entsprach das Gericht mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. 

Bereits zu Beginn des Prozesses im November 2017 hatten die Verfahrensbeteiligten im Rahmen einer Verständigung eine Absprache darüber getroffen, welches Strafmaß die Angeklagten im Fall eines Geständnisses zu erwarten hätten.

Autohändler schädigte Kunden um 2,5 Millionen Euro

Die Staatsanwaltschaft hatte den Autohändlern vorgeworfen, zahlreiche Kunden um insgesamt 2,5 Millionen Euro geschädigt zu haben. Laut Anklage hatte der 41-Jährige mit den Kunden vermeintlich attraktive Kaufverträge über die Beschaffung von Neufahrzeugen abgeschlossen. Einen Teil dieser Vertragsabschlüsse habe der 56-jährige Mitangeklagte vermittelt. Den Kunden wurden darin Rabatte von bis zu 30 Prozent auf den jeweiligen Listenpreis unter der Bedingung eingeräumt, dass sie mit dem vollen Kaufpreis oder mindestens einer erheblichen Anzahlung in Vorleistung treten.

Das Geld sollten sie auf eines der Konten des 41-Jährigen oder auf ein Treuhandkonto zahlen, das ein mitangeklagter 58-jähriger Steuerberater aus Thüringen eingerichtet hatte. Diesen hatte das Gericht bereits im Dezember in einem abgetrennten Verfahren zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Laut Anklage hatte der Adelebser Autohändler lediglich in einem Teil der Fälle die Fahrzeuge für die Kunden bestellt, allerdings mit einem deutlich geringeren Rabatt von zehn Prozent. Er habe zwar das Geld der Kunden kassiert, die für sie bestellten Fahrzeuge aber nicht bezahlt. Diese hätten ihre Fahrzeuge erst erhalten, nachdem sie nochmals den dann höheren Kaufpreis an die Autohäuser gezahlt hatten.

In zahlreichen Fällen habe er überhaupt keine Fahrzeuge bestellt oder beschafft, sondern nur die Vorauszahlungen kassiert. Den größten Teil der an ihn gezahlten Beträge habe er in hochriskante ausländische Geldanlagen investiert. Am Ende habe statt der erhofften Gewinne der Totalverlust gestanden.

Rubriklistenbild: © Archivfoto: Jelinek

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