Urteil in Prozess um Schmuggel von Marihuana

61 Kilo Drogen im Auto: 58 Monate Haft für 35-Jährigen

Göttingen. Das Landgericht Göttingen hat einen 35-jährigen Marokkaner wegen der Einfuhr von Betäubungsmitteln zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt.

Die Kammer befand ihn außerdem der Beihilfe und des unerlaubten Handeltreibens mit Drogen für schuldig. Der 35-Jährige hatte in dem Prozess am Dienstag gestanden, an zwei Drogenkurierfahrten durch Europa beteiligt gewesen zu sein, bei denen insgesamt 61 Kilo Marihuana transportiert wurden. Einen Teil davon sollte ein Taxifahrer, der bei den Transporten als Fahrer fungierte, in Göttingen verkaufen. Der Taxifahrer war bereits in einem früheren Verfahren zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

Der in Deutschland lebende 35-Jährige hatte vor Gericht erklärt, dass ihn bei einem Aufenthalt in Marokko ein Landsmann auf Drogengeschäfte angesprochen habe. Dieser habe ihn dann immer wieder angerufen. Obwohl er nach eigenen Angaben eigentlich nie mit solchen Dingen zu tun haben wollte, ließ er sich darauf ein. Nach Überzeugung der Kammer besorgte er ein Auto und ließ in einer Werkstatt in Brüssel im Radkasten Fächer einbauen, die als Drogenversteck dienen sollten. Das präparierte Auto bekam dann der Taxifahrer zur Nutzung.

Die erste der beiden angeklagten Kurierfahrten führte im Februar 2014 nach Troyes in Frankreich. Der Angeklagte war nach Ansicht des Gerichts mit einem Mietauto vorgefahren, um nach eventuellen Kontrollen Ausschau zu halten, der Taxifahrer mit dem präparierten Auto hinterher. In Troyes seien ihnen dann zwei Taschen mit insgesamt rund 30 Kilo Marihuana übergeben worden.

Die zweite Kurierfahrt führte in die Nähe von Madrid. Nach Überzeugung der Kammer verbaute der Angeklagte gemeinsam mit einem Unbekannten rund 31 Kilo Marihuana im Bereich des hinteren Radkastens. Eine spezielle Ummantelung sollte dafür sorgen, dass Spürhunde das Rauschgift nicht finden konnten.

Allerdings hatte die Polizei Wind von den Drogentransporten bekommen. Als der Taxifahrer mit seiner Fracht nach Deutschland zurückkehrte, geriet er in eine Zollkontrolle. Die Beamten stellten 76 Päckchen mit je 500 Gramm Cannabis sicher.

Als der Angeklagte erfuhr, dass der Kurierfahrer verhaftet worden war, setzte er sich nach Marokko ab. Nach drei Jahren kehrte er nach Deutschland zurück und stellte sich im Mai 2017 der Polizei. Nach Ansicht des Gerichts hat der Angeklagte eine beträchtliche kriminelle Energie an den Tag gelegt. Mit seinem Urteil blieb es leicht unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren gefordert hatte.

Rubriklistenbild: © Ingo Wagner/dpa

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