Täter übergaben dem Opfer das Geld in bar 

Haftstrafen für Erpresser-Trio: 100.000 Euro als Wiedergutmachung

Göttingen. Drei 24, 22 und 20 Jahre alte Angeklagte verurteilte das Amtsgericht Göttingen am Donnerstag wegen räuberischer Erpressung zu Haftstrafen.

Die wurden für die beiden jüngeren Männer zur Bewährung ausgesetzt. Das Trio war geständig und leistete Wiedergutmachung mit 100.000 Euro in bar.

Das aus dem Kosovo stammende Trio musste sich vor dem Jugendschöffengericht verantworten, weil sie von einem Opfer etwa 150.000 Euro erpresst hatten. Vor Gericht waren die drei Männer geständig und gaben an, spielsüchtig zu sein. Das erpresste Geld hatten sie verspielt. Die Familien des Trios hatten für die Wiedergutmachung gesammelt. Zum Prozessende am Donnerstag übergaben sie zusammen etwa 100.000 Euro an das Opfer. Das wirkte sich nach Angaben des Gerichts strafmildernd aus.

Der 24-Jährige wurde zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren wegen räuberischer Erpressung in sechs Fällen verurteilt. Hinzu kommt noch eine Haftstrafe von zwei Jahren aus einem anderen Prozess. Die Bewährung soll widerrufen werden.

Eine Haftstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, erhielt der 22-Jährige wegen räuberischer Erpressung in drei Fällen und wegen eines versuchten Betrugs. Er muss 200 Arbeitsstunden leisten.

Zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren, ebenfalls auf Bewährung, verurteilte das Gericht den 20-Jährigen wegen räuberischer Erpressung in drei Fällen. Auch er muss 200 Arbeitsstunden ableisten.

Das Erpressungsopfer trat in dem Prozess als Nebenkläger auf. Angefangen hatte der Alptraum für ihn vor einem Jahr, als der 22-Jährige unter einem falschen Namen von ihm einen gebrauchten Lkw für 2500 Euro kaufte. Laut Anklage rief der 22-Jährige ihn wenige Tage später an und erklärte, dass er mit dem Lastwagen geblieben sei. Nach und nach forderte das Trio immer mehr Geld von seinem Opfer - insgesamt etwa 150.000 Euro.

Das Trio saß vor dem Prozess ein halbes Jahr in Haft. Das Gericht unter dem Vorsitz von Richter Stefan Scherrer gab dem 20- und dem 22-Jährigen zudem auf, die Spielsucht behandeln lassen.

Rubriklistenbild: © Schlegel

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