Konkrete Forderungen an die Politik

Handwerker: Viele Azubis können schlecht lesen, schreiben und rechnen

+
Schlechte Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen bei angehenden Handwerkern: Kreishandwerksmeister Christian Frölich (rechts) forderte beim Gildentag im Alten Rathaus das Land dazu auf, seinem Bildungsauftrag nachzukommen. 

Göttingen. Gleich mehrere konkrete Forderungen des Handwerks an die Politik gab es am Montag beim Gildentag in Göttingen. Unter anderem wurden fehlende Kenntnisse im Rechnen, Schreiben und Lesen bei angehenden Auszubildenden bemängelt.

Kreishandwerksmeister Christian Frölich forderte in Anwesenheit von Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) mit Blick auf die schlechte Schulbildung bei vielen jungen Leuten den Bildungsauftrag des Landes ein. Schulabsolventen müssten zumindest Rezepte verstehen, Berichte schreiben und einfache Rechenaufgaben lösen können.

Scharfe Kritik übte der Kreishandwerksmeister auch an dem ungelösten Thema Dieselfahrverbote. Millionen von Handwerkern hätten auf den Dieselantrieb für ihre Fahrzeugflotten vertraut. Nun drohe ein Fahrverbot in vielen Innenstädten, weil die zugesicherten Abgaswerte von der Industrie nicht eingehalten werden. „Das ist Betrug“, sagte Frölich. Und: Aus seiner Sicht sind Elektrofahrzeuge derzeit noch keine Alternative für Handwerksbetriebe.

Scharfe Kritik

Scharfe Kritik übte Frölich auch an den zu vielen Gesetzen und Verordnungen in Deutschland. Es könne nicht sein, dass jedes der 16 Bundesländer eine eigene Bauordnung hat. Er forderte, dass im Paragrafendickicht endlich ausgelichtet wird. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann berichtete, dass sich derzeit eine neu eingerichtete Stabsstelle in seinem Ministerium um den Abbau von Gesetzen und Verordnungen bemüht.

Außerdem brennt dem Handwerk nach wie vor das Thema Digitalisierung unter den Nägeln: Frölich fordert insbesondere einen kurzfristigen Ausbau der Breitbandversorgung auf dem Land. Sonst bestehe die Gefahr, dass immer mehr Handwerksbetriebe ihr Domizil in die Städte verlegen und dadurch Arbeitsplätze in den ländlichen Gebieten verloren gehen könnten. Zu diesem Thema hat Niedersachsen einen eigenen Masterplan aufgelegt. Ein Schwerpunkt dabei sind Investitionen in Glasfaserkabel.

Lob für die regionale Wirtschaft und das Handwerk gab es von Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler. Dieser Bereich habe sich in der Uni-Stadt hervorragend entwickelt. Ein aus Sicht Köhlers drängendes Problem ist der fehlende bezahlbare Wohnraum in Göttingen.

Die gute Zusammenarbeit zwischen Uni und Handwerk hob Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel hervor. Ein äußeres Zeichen für die enge Kooperation wird der erste Handwerker- und Universitäts-Ball sein, der im März kommenden Jahres in der Lokhalle stattfinden soll.

Neuer Obermeister der Bäckerinnung

Joachim Friehe aus Hörden wurde beim Gildentag als neuer Obermeister der Bäckerinnung vorgestellt. Neuer Ehrenobermeister der SHK-Innung (Sanitär, Heizung, Klima) ist Wolfgang Regenhardt. Außerdem wurden die Arbeiten von Friseurin Jacqueline Engel präsentiert. Die angehende Gesellin errang bei einer Meisterschaft in Paris im Einzel und mit der Mannschaft jeweils eine Bronzemedaille.

Gildentag im Alten Rathaus in Göttingen

Gleich mehrere konkrete Forderungen des Handwerks an die Politik gab es am Montag beim Gildentag in Göttingen. Unter anderem wurden fehlende Kenntnisse im Rechnen, Schreiben und Lesen bei angehenden Auszubildenden bemängelt. © Bernd Schlegel
Gleich mehrere konkrete Forderungen des Handwerks an die Politik gab es am Montag beim Gildentag in Göttingen. Unter anderem wurden fehlende Kenntnisse im Rechnen, Schreiben und Lesen bei angehenden Auszubildenden bemängelt. © Bernd Schlegel
Gleich mehrere konkrete Forderungen des Handwerks an die Politik gab es am Montag beim Gildentag in Göttingen. Unter anderem wurden fehlende Kenntnisse im Rechnen, Schreiben und Lesen bei angehenden Auszubildenden bemängelt. © Bernd Schlegel
Gleich mehrere konkrete Forderungen des Handwerks an die Politik gab es am Montag beim Gildentag in Göttingen. Unter anderem wurden fehlende Kenntnisse im Rechnen, Schreiben und Lesen bei angehenden Auszubildenden bemängelt. © Bernd Schlegel
Gleich mehrere konkrete Forderungen des Handwerks an die Politik gab es am Montag beim Gildentag in Göttingen. Unter anderem wurden fehlende Kenntnisse im Rechnen, Schreiben und Lesen bei angehenden Auszubildenden bemängelt. © Bernd Schlegel
Gleich mehrere konkrete Forderungen des Handwerks an die Politik gab es am Montag beim Gildentag in Göttingen. Unter anderem wurden fehlende Kenntnisse im Rechnen, Schreiben und Lesen bei angehenden Auszubildenden bemängelt. © Bernd Schlegel
Gleich mehrere konkrete Forderungen des Handwerks an die Politik gab es am Montag beim Gildentag in Göttingen. Unter anderem wurden fehlende Kenntnisse im Rechnen, Schreiben und Lesen bei angehenden Auszubildenden bemängelt. © Bernd Schlegel
Gleich mehrere konkrete Forderungen des Handwerks an die Politik gab es am Montag beim Gildentag in Göttingen. Unter anderem wurden fehlende Kenntnisse im Rechnen, Schreiben und Lesen bei angehenden Auszubildenden bemängelt. © Bernd Schlegel
Gleich mehrere konkrete Forderungen des Handwerks an die Politik gab es am Montag beim Gildentag in Göttingen. Unter anderem wurden fehlende Kenntnisse im Rechnen, Schreiben und Lesen bei angehenden Auszubildenden bemängelt. © Bernd Schlegel
Gleich mehrere konkrete Forderungen des Handwerks an die Politik gab es am Montag beim Gildentag in Göttingen. Unter anderem wurden fehlende Kenntnisse im Rechnen, Schreiben und Lesen bei angehenden Auszubildenden bemängelt. © Bernd Schlegel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.