Handy-Falle in der City

Handy-Falle in der City: Verbraucherschützer warnen vor Werbern

Göttingen. Sie lauern in Fußgängerzonen, Bahnhöfen oder auf anderen öffentlichen Plätzen: Werber nutzen jede Gelegenheit, um Passanten vermeintlich günstige Handys und vielversprechende Tarife anzubieten. Davor warnt die Verbraucherzentrale Göttingen.

Auf den ersten Blick sieht alles aus wie ein Schnäppchen: Anschluss- oder Bereitstellungsgebühren, Grundgebühr und Versandkosten sind mit null Euro angegeben. Das Handy oder der Datenstick kosten lediglich einen Euro, die Handy-Karte wiederum keinen einzigen Cent. Wer sich überrumpeln lässt und in Eile etwas unterschreibt, der sitzt ganz schnell in der Kostenfalle.

Wenn man genau hinschaut, entdeckt man einen Sternchenverweis. Die Bedingungen dazu wiederum stehen im Kleingedruckten. Dort entpuppt sich das so günstige Angebot dann oft als Vertrag mit einer 24-monatigen Laufzeit sowie Kosten für Anschlussgebühren, Paketpreise, Grundgebühren und Versand – und das sogar im Voraus.

Happige Tarife

Erstattet werden die vorgestreckten Kosten jeweils nach drei Monaten per Scheck und nachdem die Mobilfunkkarte aktiviert wurde. Der Verbraucher tritt damit in Vorleistung und muss selbst dafür sorgen, dass Geld erstattet zu bekommen, warnt die Verbraucherzentrale. Dabei werde häufig übersehen, dass die Werber lediglich die Handys vermitteln. Der eigentliche Mobilfunkvertrag wird nach Angaben der Verbraucherschützer aber gesondert über einen entsprechenden Anbieter abgeschlossen. Laut Verbraucherzentrale sind die Tarife in der Regel oft happig und eine Auflösung des Zwei-Jahres-Vertrages ist nicht mehr möglich.

Die Tipps der Verbraucherschützer:

• Nie in Eile etwas unterschreiben. Wenn man keine Zeit hat: Finger weg!

• Immer die Vertragsbedingungen lesen! Wichtig sind nicht die versprochenen null Euro, sondern die Informationen, die sich unter den Sternchenverweisen und im Kleingedruckten finden.

• In Ruhe über die Tarife informieren. Zuvor das eigene Telefonier- und gegebenenfalls das Surfverhalten überprüfen.

• Und wer doch unterschrieben hat, kann das 14-tägige Widerrufsrecht nutzen. Es gilt ab Zusendung des Handys und der Handy-Karte. Deshalb sollten alle Vertragsunterlagen (Handy- und Mobilfunkvertrag) aufmerksam durchgelesen werden.

• Wichtig: Man sollte alle Lieferscheine oder auch Briefumschläge unbedingt aufheben, damit nachgewiesen werden kann, wann der Postdienstleister die Unterlagen zugestellt hat. Das Handy und die Handy-Karte sollte man immer nachweisbar per Einschreiben zurücksenden. (bsc)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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