Stücke für 2015/2016 "etwas fröhlicher"

Harte Themen und Lustiges: Deutsches Theater hat Programm vorgestellt

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Gut drauf: Das Leitungsteam des Deutsches Theater (DT) bei der Vorstellung des neuen Spielplans 2015/16. Von links: Matthias Heid, Sonja Bachmann, Intendant Erich Sidler, Sara Oertel und Philip Hagmann.

Göttingen. Das Deutsche Theater (DT) hat am Freitag das Programm für die Spielzeit 2015/2016 vorgestellt.

Intendant Erich Sidler lieferte auch eine kurze Bilanz der ersten Spielzeit unter seiner Federführung.

Wie es so die Art eines Schweizers aus dem Kanton Bern ist, präsentiert DT-Intendant Sidler die Bilanz seines ersten Jahres in Göttingen fast nebenbei: Die Auslastung der Vorstellungen sei fast unverändert im Vergleich zur Spielzeit davor, liege bei 73 Prozent. Die Zahlen im Großen Haus, jetzt DT-1 genannt, waren sogar besser. Weniger Besucher kamen auf die anderen, kleinen Bühnen DT 2 (ehemals Studio) und DT-X (Keller). Als Gründe dafür nannte Sidler das Aufbauen einer neuen Struktur und ein verändertes Programm. „Das dauert seine Zeit“, sagt Sidler, der betonte, dass bei einem Intendantenwechsel oft eintretende Besuchereinbrüche aber nicht zu verzeichnen sind.

Im Programm 2015/16 sei man insgesamt ein wenig fröhlicher. Dennoch: Die aktuellen, brennenden Themen wie Fremde, Flüchtlinge, Internet-Problematik und Terror werden auch 2015/16 angepackt, teils in Uraufführungen wie „Unter der Erde“ von Paco Bezerra, teils in Konkurrenz zu vielen anderen Häusern, wie bei „Terror“ von Ferdinand von Schirach, ein Stück das in vielen Häusern gespielt werden wird.

Als Klassiker hat das DT „Elektra“ von Hugo von Hofmannsthal und Shakespeares „Romeo und Julia“ im Programm. Bei Letzterem soll viel Shakespeare zu erkennen sein, wie Dramaturg Philip Hagmann verspricht.

Weiterer Schwerpunkt: das Theater für Kinder, Jugendliche und Schulen. Als Weihnachtsstück wird es „Die Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen geben. Premiere ist am 15. November. Für Kinder ab acht Jahre wird „Unser Lehrer ist ein Troll“ nach Dennis Kellys Buch bespielt.

Wie gesagt: Der DT-Spielplan 2015/16 wird lustiger, dafür stehen Stücke wie „Romulus der Große“ von Friedrich Dürrenmatt und „Praxis Dr. Müller-Wohlfühl“.

Musikstücke liefert das DT mit der 20er-Jahre-Revue-Komödie „Zwei Krawatten“ und „Frankie Boy“, das sich dem Leben und der Musik von Frank Sinatra widmen wird.

Ein wenig Werbung betreibt Erich Sidler dann doch: „Wir wurden in dieser Spielzeit auch überregional wahrgenommen, so auch durch Besprechungen in der Süddeutschen Zeitung – das freut uns.“

Personelle Wechsel gibt es wenige, aus dem DT-Ensemble wird nur Vanessa Czapla ausscheiden, was Sidler sehr bedauert. Mit einigen Auftragsarbeiten wird die Zusammenarbeit mit Autoren gepflegt, allen voran Rebekka Kricheldorf, die mit „In der Fremde“ ein Stück zu – auch weiblichem – Sextourismus erarbeitet. Erst vor wenigen Tagen war das DT beim Mülheimer Festival „Stücke“ mit Kricheldorfs „Homo Empathicus“ eingeladen – als eines der besten deutschsprachigen Dramen der Saison. Einen Preis gab es aber nicht.

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