Historische Anlagen werden genutzt

Das Harzer Trinkwasser kommt jetzt auch aus Teichen

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Das Striegelhaus mit Zugangssteg am Kranicher Teich in Goslar-Hahnenklee: Aufgrund der andauernden Trockenheit im Harz nutzen die Harzwasserwerke wie im September und November angekündigt ab sofort auch die Teichanlagen des Unesco-Weltkulturerbes Oberharzer Wasserwirtschaft zur Unterstützung der Trinkwassergewinnung.

Clausthal-Zellerfeld. Weil das Trinkwasser knapp ist, nutzen die Harzwasserwerke erstmals seit Jahrzehnten die Teiche der historischen Oberharzer Wasserwirtschaft.

Er könne sich an keine vergleichbare Situation erinnern, bei der die zum Unesco-Welterbe zählenden Anlagen gezielt zum Auffüllen der Trinkwasser-Stauseen genutzt wurden, sagte der Hydrologe Frank Eggelsmann am Mittwoch. Aus 17 der insgesamt 60 Welterbe-Teiche sollen nach Angaben einer Unternehmenssprecherin in den kommenden Wochen rund eine Million Kubikmeter Trinkwasser abgeleitet werden.

Im Oberharz hat es in den vergangenen Monaten so wenig geregnet wie selten zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1857. Die sechs großen Talsperren im Westharz sind entsprechend leer. Die Stauseen, die zusammen ein Fassungsvermögen von rund 180 Millionen Kubikmetern haben, waren am Mittwoch im Durchschnitt nur zu 32 Prozent gefüllt. Normal ist für diese Jahreszeit mehr als das Doppelte.

Zur Trinkwassergewinnung sollen deshalb die Teiche des Welterbes genutzt werden, sagte die Unternehmenssprecherin. Möglich sei dies wegen des nach wie vor funktionierenden Verbundsystems. Das Wasser der Anlagen wurde im mittelalterlichen Bergbau genutzt, um Räder und Pumpen anzutreiben. Jetzt werde in Abstimmung mit den zuständigen Naturschutzbehörden aus den Teichen so viel Wasser langsam abgeleitet, sodass das ökologische Gleichgewicht gewahrt bleibe.

Die Harzwasserwerke als einer der zehn größten Versorger Deutschlands beliefern rund zwei Millionen Menschen in Niedersachsen und Bremen mit Trinkwasser. (dpa/lni)

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