Auszeichnung

Nobelpreisträger für Physik 2021: Klaus Hasselmann promovierte an Max-Planck-Institut in Göttingen

Göttingen als Initialzündung: Nobelpreisträger für Physik vom Max-Planck-Institut für Meteorologie, Prof. Dr. Klaus Hasselmann, promovierte in der Uni-Stadt.
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Göttingen als Initialzündung: Nobelpreisträger für Physik vom Max-Planck-Institut für Meteorologie, Prof. Dr. Klaus Hasselmann, promovierte in der Uni-Stadt.

Ausgiebige Freude und großer Stolz am Max-Planck-Campus in Göttingen: Der Gewinner des Physik-Nobelpreises 2021 hat dort promoviert.

Göttingen – Auf dem Max-Planck-Campus am Faßberg weht die MPG-Fahne – und das hat einen (erfreulichen) Grund. Die Flagge wird nämlich zu besonderen Anlässen aufgezogen, wie bei Stefan Hells Nobelpreis 2014.

Zwar hat nicht erneut Forscher vom höchst erfolgreichen Göttinger MPG-Campus den Nobelpreis für Physik 2021 erhalten, aber mit Prof. Dr. Klaus Hasselmann dennoch einer, dessen großartige Karriere in Göttingen begann – am MPI für Strömungsforschung, dem heutigen MPI für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS). Dort hatte Hasselmann seine wissenschaftliche Laufbahn während seiner Promotion zwischen 1955 und 1957 bei Prof. Walter Tollmien gestartet.

Gewinner des Physik-Nobelpreises 2021: Hasselmann promovierte in Göttingen

Der Statistik der Göttinger Nobelpreisträger ist er damit zwar nicht direkt zuzurechnen, aber die Freude in der Uni-Stadt ist dennoch groß, dass mit dem gebürtigen Hamburger Hasselmann ein „Ehemaliger“ den Physik-Nobelpreis am 10. Dezember erhalten wird. So sagt MPIDS-Direktor Prof. Dr. Eberhard Bodenschatz: „Wir sind sehr stolz, dass einer unserer ehemaligen Doktoranden den Nobelpreis auf dem Gebiet der Dynamik und Selbstorganisation erhalten hat.“

Gleichzeitig steht der berufliche Werdegang von Klaus Hasselmann auch für die Synergien und Kooperationen zwischen verschiedenen Forschungseinrichtungen. So arbeiten die MPI-Institute in Göttingen und Hamburg weiter in verschiedenen Umweltprojekten zusammen, wie Bodenschatz sagt, der selber als Experte auf dem Gebiet der Aerosole-Forschung Kooperationen schätzt und lebt.

Auch Ramin Golestanian, Geschäftsführender Direktor des MPIDS gratuliert Hasselmann, der den Physik-Nobelpreis mit Syukuro Manabe (USA) und Giorgio Parisi (Italien) für sein Modell erhält, das Zusammenhänge zwischen Wetter und Klima wie Niederschlag und langfristigen Effekten wie Meeresströmungen zeigt: „Wir gratulieren allen Nobelpreisträgern zu ihrer wohlverdienten Auszeichnung. Es ist von enormer Bedeutung, Modelle zur Beschreibung und zum Verständnis der Wechselwirkungen komplexer physikalischer Systeme zu entwickeln.“ Eben das ist eine Kernkompetenz des Göttinger MPIDS.

Physik-Nobelpreis 2021: Uni Göttingen freut sich und gratuliert Preisträger

Hasselmann könnte auch als Prophet durchgehen. Seine Vorhersagen in Bezug auf die menschengemachten Klimaveränderungen zu einem frühen Zeitpunkt waren aber datenbasiert: Bereits 1988 prognostizierte er den heute stärker spür- und messbaren Klimawandel: „In 30 bis 100 Jahren, je nachdem, wie viele fossile Brennstoffe wir verbrauchen, werden wir mit einem ganz erheblichen Klimawandel konfrontiert sein. Die Klimazonen werden sich verschieben, die Niederschläge werden anders verteilt sein. Dann werden wir nicht mehr von Zufallsergebnissen sprechen können.“

Letztlich hat er gezeigt, dass Klimamodelle trotz kurzfristiger Wetterschwankungen verlässliche Vorhersagen liefern können, und auch den Zusammenhang zwischen dem Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre und der globalen Erwärmung bewiesen.

„Seine physikalischen Klimamodelle waren in den späten 1970er Jahren bahnbrechend“, sagt der Präsident der Uni Göttingen, Prof. Dr. Metin Tolan, ebenfalls Physiker, der gratuliert: „Wir freuen uns sehr, dass mit Klaus Hasselmann erneut ein Alumnus der Universität Göttingen diese herausragende Auszeichnung erhält.“ Bliebe noch festzustellen, dass Klaus Hasselmann 1988 auch sagte: „Wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass wir in eine Situation geraten, in der es kein Zurück mehr gibt.“ (Thomas Kopietz)

Im Jahr 2022 soll in Göttingen ein viel größeres Max-Planck-Institut entstehen. Weil es zu einer Fusion kommt, soll das renommierte Göttinger Institut zudem bald einen anderen Namen tragen.

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