Ergebnis Zählung "Stunde der Gartenvögel"

Der Haussperling ist der häufigste Vogel in Niedersachsens Gärten

Schöner und häufiger Vogel: Der Haussperling wurde bei der Stunde der Gartenvögel am häufigsten gezählt. Archivfoto: Kalden

Hannover/Göttingen. Der Haussperling ist vor Amsel, Meisen und Star der häufigste Vogel in unseren Gärten, das ergab eine Umfrage im Mai.

Starke Beteiligung bei der „Stunde der Gartenvögel“: Vom 12. bis 14. Mai zählten viele Freiwillige die Vögel in ihren Gärten. 7.129 Teilnehmer in 4.422 Gärten machten in Niedersachsen mit, bundesweit waren es gut 60.000.

Zum Vergleich: Im Vorjahr haben sich 5970 Vogel-Zähler in Niedersachsen an der Aktion des NABU beteiligt.

Haussperling Nummer 1

Gewinner der Zählung sind nicht nur die Statistiker, sondern auch einige Vögel. Vorneweg der Haussperling. Er bleibt mit 4,5 erfassten Individuen pro Meldung häufigster Gartenvogel. Hinter ihm folgen Amsel, Kohlmeise, Blaumeise und Star.

Kaum Rückgang

Stabil ist auch das Aufkommen der Vögel: Mit durchschnittlich 37,59 Vögeln pro Garten wurden jetzt 0,5 Prozent weniger Vögel pro Garten gezählt als im Mai 2016.

Ein Ergebnis, dass sich innerhalb der normalen Schwankungen bisheriger Zählergebnisse bewegt, wie der NABU mitteilt. Die Experten bewerten das als eine „willkommene Entwarnung nach dem bei der vergangenen Stunde der Wintervögel festgestellten auffälligen Fehlen von Vögeln“. Im Winter lagen die Zahlen um 17 Prozent unter denen des Vorjahres und um 15 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.

Winter-Zählung negativer

Die erhoffte eindeutige Erklärung für das Fehlen der Wintervögel aber konnte die Mai-Zählung nicht liefern. „Waren die Winterzahlen unserer Meisen-Arten noch um 30 bis 60 Prozent niedriger als im Vorjahr, sind es nun zur Brutzeit sechs bis 30 Prozent.“ Das stütze die Theorie, dass ein Großteil des Fehlens durch geringen Winterzuzug aus dem Norden und Osten sowie einen schlechten Bruterfolg 2016 verursacht wurde, wie NABU-Pressesprecher Ulrich Thüre sagt.

Zuverlässige Daten

Insgesamt zeige das Ergebnis, dass von den Zahlen eines Jahres nicht sofort auf langjährige Bestandszunahme- oder –abnahmen geschlossen werden könne. Die freiwilligen Zählungsaktionen aber seien sehr wichtig, um die Vogelwelt besser kennenzulernen und dauerhaft Zahlen für eine zuverlässige Bestandsaufnahme zu bekommen.

Schwalbe und Mauersegler im Plus

Positiv: Mauersegler und Mehlschwalbe, die über Jahre stark abgenommen hatten, wurden um 47 Prozent (Mauersegler) bzw. um 39 Prozent (Mehlschwalbe) häufiger gesehen als im Vorjahr. Leider reiche dieses Hoffnungszeichen noch nicht, um den abnehmenden Trend umzukehren.

„Der Verlust von Nistplätzen an Gebäuden und ein starker Rückgang ihrer Fluginsektennahrung macht ihnen zu schaffen. Daher sei es wichtig, dass weniger Gifte zum Einsatz kommen – in Gärten wie in der Landwirtschaft, sagt Ulrich Thüre.

Amsel, Grünfink und Rotschwanz im Minus

Es gibt weitere negative Erkenntnisse: Die kontinuierlichen Abnahmen bei Amsel, Grünfink und Hausrotschwanz setzen sich fort. Die ursprünglichen Waldvogelarten Ringeltaube und Buntspecht werden dagegen häufiger in Gärten gezählt.

Feldvögel leiden

Während sich bei den Vögeln unserer Dörfer und Städte über die Jahre Zu- und Abnahmen unter den Vögeln die Waage halten, gibt es auf den Wiesen und Feldern fast nur Verlierer. In den vergangenen 25 Jahren brechen dort die Bestände typischer Vogelarten der Agrarlandschaft, wie Feldlerche, Kiebitz oder Rebhuhn regelrecht zusammen.

Die nächste „Stunde der Wintervögel“ findet vom 5. bis 7. Januar 2018 statt.

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