Hauterkrankungen: Preis für Göttinger Plasma-Forscher

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Spitzenforscher aus Göttingen: Professor Dr. Steffen Emmert (links) und Professor Dr. Wolfgang Viöl erhielten in Frankfurt den Innovationspreis der Stiftung Familie Klee.

Göttingen/Frankfurt. Für ihre innovative Plasma-Forschung zur Behandlung von Hauterkrankungen sind vier Göttinger Forscher ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Die Auszeichnung erhielten Professor Dr. Wolfgang Viöl, Vizepräsident der HAWK und Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums für Plasma und Photonik, und Professor Dr. Steffen Emmert, Oberarzt der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), sowie Dr. Andreas Helmke vom Fraunhofer-Anwendungszentrum und Regina Tiede von der Universitätsmedizin.

Der Innovationspreis der Stiftung Familie Klee wurde in Frankfurt am Main verliehen. Damit werden seit 1995 Wissenschaftler ausgezeichnet, deren Leistung „es durch neuartige Kombination medizinischer und technischer Kenntnisse ermöglicht, Krankheiten zu heilen, ihre Therapie zu verbessern oder die Auswirkungen der Krankheit zu mildern“.

Dem 2002 in Frankfurt verstorbenen Ingenieur Gerhard Klee war es ein Anliegen, auch über seinen Tod hinaus Menschen zu fördern, die seine Liebe zur biomedizinischen Technik, seinen Wissensdurst und seine Beharrlichkeit teilen. Emmert und Viöl wurden für ihre „neuartigen Therapieansätze mit kaltem Atmosphärendruck-Plasma in der Dermatologie“ ausgezeichnet. Beide Wissenschaftler arbeiten mit ihren Forschungsgruppen seit sieben Jahren eng zusammen.

Bei einer Plasmaapplikation auf der Haut wirken Plasmakomponenten auf das Gewebe ein und können eine ganze Reihe komplexer biophysikalischer und biochemischer Reaktionen und physiologischer Wirkungen auslösen. Viele unabhängige Studien konnten zum Beispiel zeigen, dass Plasma entzündungshemmend und stark antimikrobiell wirkt. Diese Untersuchungen belegen, dass Plasma effizient und innerhalb von Sekunden verschiedene Arten von Bakterien, Pilzen, Sporen und Viren abtöten kann.

Forschung geht weiter

Aus der Entwicklungsarbeit der Universitätsmedizin Göttingen, des Fraunhofer-Anwendungszentrums, der HAWK und der Cinogy GmbH, einer Ausgründung, entstanden beispielsweise Produkte zur Desinfektion von Haut und Wunden. Das Preisgeld soll für die weitere Erforschung von potenziellen Risiken sowie weitere Einsatzmöglichkeiten von Plasma verwendet werden.

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