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Hebammen der Universitätsmedizin Göttingen fordern faire Bezahlung

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Von: Per Schröter

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Konkrete Forderung: Hebammen machten vor der Haupteingang der Uni-Medizin auf ihre Probleme aufmerksam. Sie verlangen eine faire und gleiche Bezahlung.
Konkrete Forderung: Hebammen machten vor der Haupteingang der Uni-Medizin auf ihre Probleme aufmerksam. Sie verlangen eine faire und gleiche Bezahlung. © Per Schröter

Sie fordern faire und gleiche Bezahlung. Dafür werben Hebammen bei der Universitätsmedizin Göttingen mit kreativen Aktionen.

Göttingen – Mit einer Kreativaktion haben Hebammen vor dem Haupteingang der Universitätsmedizin Göttingen für faire Bezahlung geworben.

Mit bunter Kreide haben dual studierende Hebammen vor dem Haupteingang der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ihre Forderung nach einer fairen und gleichen Bezahlung auf den Boden geschrieben.

Flyer informiert über Anliegen der Hebammen

Gleichzeitig wurden vorbeilaufende Menschen mit einem Flyer über die Aktion und die Forderung informiert. Unterstützt wurden sie dabei von Kolleginnen aus den anderen Kursen.

Die Hebammen, die ihr Studium 2020 begonnen hatten, erwarten demnach vom UMG- Vorstand und der Landespolitik, dass sich diese für eine faire und gleiche Bezahlung aller dual studierenden Hebammen in Göttingen einsetzen. Hintergrund: An der UMG gibt es seit 2020 den praxisintegrierten dualen Studiengang Hebammenwissenschaften.

Unterschiedliche Tarifverträge für die Beschäftigten

Die betroffenen Studierenden des ersten Durchgangs dieses Studiums werden nach dem „TVA-L Pflege“ bezahlt, die darauffolgenden jedoch nach einer Richtlinie, die einseitig von der Tarifgemeinschaft der Länder erarbeitet wurde und sich an der Bezahlung der Ausbildungsintegrierten dualen Studierenden orientiert.

Das hat zur Folge, dass der erste Kurs dual studierender Hebammen bis zum Ende seines Studiums schlechter bezahlt wird als alle folgenden Kurse. „Derzeit beträgt der Unterschied etwa 100 Euro im Monat, was gerade in der derzeitigen Situation nicht wenig ist“, sagt Pascal Heisterüber, Gewerkschaftssekretär der vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), die die Protestaktion unterstützt. „Dies führt zu berechtigtem Unmut des Hebammenkurses 2020“, sagte Heisterüber.

Derzeit beträgt der Unterschied etwa 100 Euro im Monat, was gerade in der derzeitigen Situation nicht wenig ist.

Pascal Heisterüber, Verdi-Gewerkschaftssekretär

„Wir haben das Gespräch mit den Zuständigen an der UMG gesucht, uns schlug aber nur Unverständnis entgegen“, sagt eine Betroffene. Dabei sei den Studierenden sogar gesagt worden, dass sie froh sein sollten, überhaupt etwas zu bekommen, schließlich habe man selbst im Studium ja gar nichts verdient. „Wir arbeiten dafür aber auch neben unserem Studium schon“, so die Studentin. Eine faire und gleiche Bezahlung wie die der Kolleginnen, mehr wollte man nicht.

Gewerkschaft Verdi kritisiert Leitung der Uni-Medizin

„Der Klinikvorstand will sich mit Verweis auf die Zuständigkeit des Landes aus der Verantwortung verdrücken“, sagt Pascal Heisterüber. Das kennen man als ver.di nur zu gut, sei es bei den Tarifauseinandersetzungen der UMG Gastronomie GmbH oder der Klinikservice GmbH. „Doch so einfach lassen wir uns nicht abwimmeln“, so der Gewerkschaftssekretär. „Wir erinnern den UMG-Vorstand weiter an seine Verantwortung, werden aber auch zeitgleich das Gespräch mit der Politik suchen.“ (Per Schröter)

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