Blockabfertigung ebenfalls im Gespräch

Heidkopftunnel-Sanierung: Friedländer CDU will die "Gegenverkehrslösung"

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Blick in den Heidkopftunnel der Autobahn 38 zwischen Friedland und Arenshausen: Der Unterbau der Fahrbahnplatten löst sich auf. Foto:

Friedland/Arenshausen – Seit vergangener Woche ist klar: Der Heidkopftunnel der Autobahn 38 muss saniert werden, weil sich der Unterbau der Fahrbahnplatten langsam auflöst. Die Friedländer CDU fordert nun mit Nachdruck die „Gegenverkehrslösung“ im Tunnel für die Zeit der Bauarbeiten.

Dabei wird der komplette Verkehr durch die Tunnelröhre geführt, in der gerade nicht gebaut wird. Für die Sanierungsarbeiten muss jede Röhre für voraussichtlich etwa zwei Monate gesperrt werden.

„Unzählige Staus auf den Umleitungsstrecken sowie verirrte Lastwagen, die nach Navi fahren und in kleinen Orten, wie etwa Reckershausen, regelmäßig stecken bleiben, würden für vier Monate zur Normalität werden“, befürchtet Melchior Freiherr von Bodenhausen, Vorsitzender der CDU in der Gemeinde Friedland, wenn es zur „Umleitungslösung“ kommt. Bereits jetzt gibt es bei den häufigen, nächtlichen oder tageweisen Sperrungen immer wieder Probleme mit Fahrern, die mit ihren schweren Lastwagen an kleinen Brücken oder Abbiegungen stehen und nicht mehr weiter kommen. „Für die Anwohner sind diese Sperrungen mit einem zusätzliche Stress- und Gefahrenpotenzial verbunden“, macht von Bodenhausen deutlich.

Die Friedländer Christdemokraten fordern daher die zuständige Straßenbaubehörde in Bad Gandersheim auf, die ins Gespräch gebrachte „Gegenverkehrslösung“ weiter zu verfolgen und umzusetzen. „So bleibt der Fernverkehr dort, wo er hingehört – auf der Autobahn und nicht in den Dörfern im direkten Umland“, heißt es in dem Schreiben weiter. Dass diese Möglichkeit bestehe und umsetzbar sei, zeigt aus Sicht der CDU ein Gutachten, das bereits 2010 für den Pellinger Tunnel an der Autobahn 8 westlich von Saarlouis angefertigt wurde. Das Problem: Der Heidkopftunnel müsste technisch für die „Gegenverkehrslösung“ aufgerüstet werden.

„Wir fordern daher die Verantwortlichen auf, alles dafür zu tun, dass diese Möglichkeit geschaffen wird und so wenig Verkehr wie möglich die Autobahn verlassen muss“, ergänzt Hermann Capelle, Vorsitzender der Friedländer CDU-Gemeinderatsfraktion.

„Zudem sollte in diesem Zuge der durch uns immer wieder geforderte Bau einer Behelfsabfahrt an der Brücke der Landesstraße 566 zwischen Niedergandern und Reckershausen umgesetzt werden“, ergänzt von Bodenhausen. Diese könne auch bei kürzeren Sperrungen, wie etwa den regelmäßigen Wartungen, genutzt werden und so die umliegenden Dörfer merklich entlasten, ist sich die CDU sicher.

„Blockabfertigung“ als weitere Variante

Aus dem Bereich Hohengandern/Arenshausen wird neben der „Umleitungslösung“ und der „Gegenverkehrslösung“ noch eine weitere Variante für die Zeit der Sanierung des Heidkopftunnels ins Gespräch gebracht: die „Blockabfertigung“. Dabei fließt der Verkehr auf der Autobahn durch den Tunnel jeweils nur in eine Richtung. Die Gegenverkehr muss an den Tunnelportalen warten. Experten befürchten dabei allerdings lange Staus auf der Autobahn 38, besonders zu Spitzenzeiten im Berufsverkehr. Eine weitere Forderung aus Thüringen: Die Ampelschaltungen auf der Umleitungsstrecke Bundesstraße 80 sollen optimiert werden.

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