Einrichtung ist auf Unterstützung angewiesen

Heimvolkshochschule: Die ersten Übernachtungsgäste kommen wieder

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Hoffen, dass sie das Schlimmste überstanden haben: Melanie Haase und Boris Brokmeier von der Ländlichen Heimvolkshochschule Mariaspring.

Mit einem „blauen Auge“ hat die Ländliche Heimvolkshochschule Mariaspring die Corona-Krise überstanden, hofft Leiter Boris Brokmeier. Am kommenden Montag läuft der Übernachtungsbetrieb wieder an.

„Die Arbeit unserer auf Monate voll ausgebuchten Einrichtung endete Mitte März abrupt“, erzählt der diplomierte Sozialpädagoge, Pädagoge und Betriebswirt. Sonntagsnachmittags musste der private Bildungsträger telefonisch Teilnehmer über die Absage der von Montag an geplanten Kurse informieren. Zwei Wochen lang übernahm die Küche des Seminarhauses die Verpflegung eines Altenheims in Herzberg. Dessen Personal war aufgrund von Corona-Infektionen komplett ausgewechselt worden.

„Seit April sind dann alle 35 Mitarbeiter am Standort Eddigehausen in Kurzarbeit – Küche und Hauswirtschaft zu 100 Prozent, die vier pädagogischen Mitarbeitenden, darunter ich, zu 50 Prozent“, berichtet der Leiter. Mit dem Ende des Seminarbetriebs brachen Mariaspring der Hauptteil der Einnahmen weg.

Die Einrichtung, die nach dem Niedersächsischen Erwachsenenbildungsgesetz anerkannt ist, erhält eine monatliche Förderung des Landes. Sie reicht allerdings nicht zur Deckung der Fixkosten aus. Mariaspring beantragte beim Land 20.000 Euro Soforthilfe, die innerhalb von wenigen Tagen genehmigt wurden. Bei einer Spendenaktion, zu der das Seminarhaus aufrief, kamen bis heute 4000 Euro zusammen. „Das zeigt die Verbundenheit vieler Teilnehmender mit unserem Haus“, freut sich die pädagogische Mitarbeiterin, Melanie Haase.

„Wir werden zudem Geld aus einem Sonderfonds des Kultusministeriums erhalten, dessen Einrichtung Hannover Mitte Mai bekannt gegeben hat“, sagt Brokmeier. Seit Anfang des Monats finden wieder Tagesveranstaltungen am Rauschenwasser 78 statt. Geld verdient Mariaspring vor allem aber mit den Übernachtungen und der Verpflegung.

Der Beherbergungsbetrieb läuft Montag wieder an – allerdings unter strengen Auflagen. So darf die Einrichtung nur die Hälfte der insgesamt 55 Zimmer belegen. Zudem müssen Sicherheitsabstände im ganzen Haus gewahrt bleiben. Das führt dazu, dass in die Seminarräume nur die Hälfte, zum Teil aber auch nur ein Drittel der bisher üblichen Personenzahl hineinpasst. Brokmeier schätzt, dass seinem Haus 4000 Übernachtungen verloren gehen, bei 8000 Übernachtungen im Jahr. „Ein tiefer Einschnitt“, so der Betriebswirt.

Mariaspring zeigt sich in der Krise erfinderisch. Unter dem Motto „Corona-Zeit ist Bildungs-Zeit“ richtet die Einrichtung von Juni an Tagesseminare für Menschen aus der Region aus. Dabei geht es etwa um gesunde Ernährung, die Vorbereitung auf den Ruhestand oder Bewegungsangebote im Homoffice, um Kunst in Krisenzeiten, die Zisterzienser in Walkenried oder die Veränderungskraft von Revolutionen. Auf dem Programm stehen zudem die Auswirkungen von Corona auf die Gesundheitssysteme, das Eichsfeld sowie die Lage der Flüchtlinge in der Mittelmeerregion.

VON MICHAEL CASPAR

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