HNA-Interview mit Komiker Johann König

Ist am Nikolaustag in Göttingen: Johann König, hier bei einem Auftritt in Kassel.
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Ist am Nikolaustag in Göttingen: Johann König, hier bei einem Auftritt in Kassel.

Göttingen. Jedes Mal, wenn er auf der Bühne steht, wirkt er nervös: Komiker Johann König. Dass liege daran, dass er das auch tatsächlich ist, hat der 40-Jährige in einem Interview mit Constanze Wüstefeld von der HNA verraten.

Zumindest aufgeregt wird er wohl am 6. Dezember dieses Jahres sein, wenn er mit seinem Programm „Feuer im Haus ist teuer, geh raus!“ zum ersten Mal nach Göttingen in die Stadthalle kommt. Karten gibt es für 28,10 Euro unter www.stadthalle-goettingen.de

Was erwartet die Zuschauer bei ihrem neuen Programm?

Johann König: Eine schwierige Frage. Ich frage mich eher, was die Zuschauer von mir erwarten. Neu ist der Inhalt, alt die Form: Die Gedichte sind der rote Faden und ich trage wieder Geschichten aus dem Alltag vor: Ich frage zum Beispiel, wo der Bio-Supermarkt wohl die Bananen aus der Region herbekommt. Es geht aber auch um die Familie. Ich versuche, das Tourleben und die Familie zu verbinden, was in der Wirklichkeit aber nicht so einfach ist.

Kann man sich denn auch auf Flammen freuen?

König: Nein. Es gibt zwar zündende Gags, der Titel verrät aber eigentlich wenig über die Show. Ich mache aber kein Feuer auf der Bühne. Innerlich habe ich aber schon einen Bezug zum Feuer: Als meine Mutter von dem Titel erfuhr, hat sie mir gesagt, dass sie mir früher Teelichter geben hat, um mich zu beruhigen. Dann konnte ich damit tröpfeln.

Wollten Sie schon als kleines Kind Komiker werden?

König: Nein. Studiert habe ich Sport und habe das Grundstudium auch abgeschlossen für die Sekundarstufe I. Das Pädagogistudium aber nicht – das habe ich im 19. Semester abgebrochen. Erst während des Studiums habe ich die Komik für mich entdeckt und habe mich dann darauf verlassen, dass das klappt. Hab ich Glück gehabt (lacht).

Sind sie auch privat ein Scherzkeks?

König: Nee, überhaupt nicht. Ich sehe mich auch auf der Bühne nicht als Scherzkeks, ich unterhalte da die Leute. Privat sehe ich mich aber nicht als jemanden, der sich irgendwo einlädt, um beim Essen Geschichten zu erzählen. Witze sowieso nicht, das passt nicht zu mir. Darum fühle ich mich auf der Bühne eigentlich immer noch ein bisschen fehl am Platz und denke, dass das nicht meine Bestimmung ist – wohl fühle ich mich aber trotzdem.

Sie sprechen auf der Bühne ab und zu ziemlich schnell und mit zusammengepressten Zähnen. Machen Sie das privat auch?

König: Hmm, weiß ich nicht, eigentlich hat mir noch nie jemand gesagt, dass ich mit zusammengepressten Zähnen spreche... Auf der Bühne ist man aber immer aufgeregt und viele sagen, ich rede komisch. Ich finde das aber nicht.

Sie haben Heinz Erhardt einmal als ihr Vorbild bezeichnet. Warum?

König: Nach meinem ersten Auftritt hat mir jemand eine Platte von ihm geschenkt. Seine Fernsehauftritte mochte ich nie, live ist er aber ganz anders, viel besser. Und da habe ich dann gehört, dass er mich in den 50-iger Jahren schon kopiert hat, weil er Sachen gemacht hat, die auch mache: Gedichte, sich selbst unterbrechen, sich nicht Ernst nehmen. Deshalb habe ich ihn zu meinem Vorbild gemacht.

Samstag ist das Champions-League-Finale, der FC Bayern München und Borussia Dortmund spielen um den Titel. Haben Sie einen Favoriten?

König: Ich bin Dortmund-Fan. Bayern ist momentan leider die stärkste Mannschaft der Welt und die Dortmunder müssen einen guten Tag erwischen und es muss alles passen, um die zu schlagen. Ich habe schon vor der Gruppenphase einen Tour-Termin verschoben, jetzt habe ich Karten bekommen. Wenn Götze richtig fit ist und Lewandowski in der Form vom Madrid-Hinspiel, haben die natürlich eine Chance. Mein Tipp ist 1:1 und dann Elfmeterschießen.

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