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Solidaritätstag für Ukraine am Göttinger Max-Planck-Gymnasium: Helfen aus Hilflosigkeit

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Von: Lea-Sophie Mollus

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Schüler bei einem Spendenlauf für die Ukraine.
Laufen für den guten Zweck: Nach jeder Runde holten sich die Schüler einen Stempel ab. Die Klassen mit den meisten Stempeln, konnten Preise gewinnen. © Lea-Sophie Mollus

Den Menschen aus der Ukraine Solidarität zeigen. Das war die Motivation hinter einem Aktionstag des Göttinger Max-Planck-Gymnasiums (MPG) am Mittwoch (30.03.2022).

Göttingen – Los ging es mit einem Sponsorenlauf, an dem alle Jahrgänge beteiligt waren. Auf einer 500 Meter langen Strecke am Wall zwischen Deutschem Theater und Botanischem Garten erliefen die Schüler Runde für Runde Geld, das den aus der Ukraine Geflüchteten zugute kommen sollte.

Dabei galt: Je mehr Runden, desto mehr Geld. Zudem winkte den drei Klassen, die innerhalb von 20 Minuten die meisten Runden schafften, ein Preis vom Förderverein Idolino. Die Sponsoren hatten die Schüler im Vorfeld selbst angeworben – meist im Familien- oder Freundeskreis.

Gruppenfoto: Kim Ockershausen (von links), Pauline Friedrich, Johanna Surmann und Wolfram Schrimpf.
Wollten etwas tun: Kim Ockershausen (von links), Pauline Friedrich, Johanna Surmann und Wolfram Schrimpf. © Lea-Sophie Mollus

Die Idee, einen Spendenlauf zu veranstalten, stand schon früh fest. „Damit haben wir bereits Erfahrungen, da kommen viele Spenden zusammen“, sagt Schulsprecherin Johanna Surmann. Beim letzten Mal seien es rund 14 000 Euro gewesen. „Vierstellig wird’s diesmal auf jeden Fall“, sagt Schulleiter Wolfram Schrimpf, korrigiert seine Aussage aber, als Lehrerin Kim Ockershausen einwirft, dass die Klasse 10e3 bereits rund 900 Euro erlaufen hatte: „Dann wird’s eher fünfstellig.“

Das Geld soll in erster Linie lokal eingesetzt werden und an geflüchtete Kinder und Jugendliche in Göttingen gehen, so Schrimpf. Bereits 20 ukrainische Familien hätten ihre Kinder am MPG untergebracht. Über eine Art Treuhandfonds solle ein Teil des Geldes an diese Familien verteilt, der andere Teil an das Migrationszentrum Göttingen gespendet werden.

Der Krieg in der Ukraine habe die Schüler unterschiedlich stark mitgenommen, erzählt Pauline Friedrich aus der Schülervertretung. Generell sei der Redebedarf groß gewesem. Die Zeit zum Kriegsbeginn habe Schulsprecherin Johanna Surmannganz speziell wahrgenommen: „Es war ein bedrückendes Gefühl“, sagt sie. Aus diesem Gefühl der Hilflosigkeit sei das Bedürfnis entstanden, etwas tun zu wollen.

Nach dem Sponsorenlauf gab es am Mittwoch auch einen Spenden-Basar und am Abend ein Benefizkonzert der neuen Lehrer-Band, der Jazz-Band der Schule sowie den „Jugend musiziert“-Preisträgern der Familie Asmus. Zudem führte der Darstellendes Spiel-Kurs des 13. Jahrgangs ihre Stücke „An der Ampel“ und „Im Café“ auf.

Generell sei die Hilfsbereitschaft an der Schule groß. So engagierten sich zum Beispiel die russisch- und ukrainisch-stämmigen MPG-Schüler und fungierten unter anderem als Dolmetscher für die geflüchteten Neuankömmlinge. Als nächstes ist laut Schulleiter Schrimpf eine Willkommensveranstaltung für die Ukrainer geplant. (Lea-Sophie Mollus)

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