Einstiger Präsident verurteilt

Hells Angels: Endgültiges Aus für den Göttinger Club-Ableger

Göttingen. Der südniedersächsische Rockerclub „Hells Angels MC Charter Göttingen“ ist jetzt endgültig verboten.

Der Verein habe innerhalb der gesetzlichen Frist keine Beschwerde dagegen eingelegt, dass das Oberverwaltungsgericht Lüneburg (OVG) keine Revision gegen sein Urteil zugelassen hatte. Das Vereinsverbot sei somit seit Anfang der Woche rechtskräftig, teilte eine Sprecherin des niedersächsischen Innenministeriums am Donnerstag mit.

Die Lüneburger Richter hatten Mitte April eine Klage des Rockerclubs gegen das im Oktober 2014 verhängte Vereinsverbot abgewiesen. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hatte das Verbot damals damit begründet, dass der Zweck und die Tätigkeit des seit Herbst 2011 bestehenden Göttinger Hells-Angels-Charters den Strafgesetzen zuwider liefen.

Einzelne Vereinsmitglieder hätten Straftaten begangen, die dem Verein zuzurechnen seien. Der OVG-Senat teilte diese Einschätzung (Aktenzeichen 11 KS 272/14).

Die Polizei hatte nach dem Vereinsverbot mit einem Großaufgebot diverse Wohnungen von Vereinsmitgliedern sowie das Clubhaus in Adelebsen (Kreis Göttingen) durchsucht. Dabei stellten die Beamten unter anderem mehrere Motorräder und Lederkutten sicher. Das Vereinsvermögen ist seitdem im Besitz des Innenministeriums. Sollte es noch Gläubiger geben, könnten diese ihre Ansprüche innerhalb einer Frist geltend machen, sagte die Behördensprecherin.

Anlass für das Vereinsverbot waren unter anderem Ermittlungen wegen einer versuchten Erpressung, in die unter anderem der Anführer des Rockerclubs verwickelt gewesen sein soll. Der bereits mehrfach vorbestrafte 50-Jährige soll gemeinsam mit seinem älteren Bruder und zwei Probemitgliedern des Göttinger „Hells-Angels“-Ablegers versucht haben, von einem 60-jährigen Mann aus dem Landkreis Kassel 100.000 Euro zu erpressen.

Urteil aus Kassel

Das Amtsgericht Kassel verurteilte den einstigen Präsidenten des Rockerclubs im Oktober vergangenen Jahres deshalb zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. 

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