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Herberhäuser findet historisches Dokument in Familiennachlass

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Von: Jasmin Paul

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Ein Blatt voller Geschichte: Der Fahnenlied-Finder Dr. Dietrich Koch (2. v. li.) übergibt das doppelseitige historische Schriftstück als Dauerleihgabe an Dr. Ernst Böhme, Leiter des Stadtarchivs Göttingen (re.). Mit dabei waren auch die Göttinger Dezernentin für Kultur und Soziales, Dagmar Schlapeit-Beck, und Dr. Jörg H. Lampe von der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (2. v. re.). Fotos: Paul
Ein Blatt voller Geschichte: Der Fahnenlied-Finder Dr. Dietrich Koch (2. v. li.) übergibt das doppelseitige historische Schriftstück als Dauerleihgabe an Dr. Ernst Böhme, Leiter des Stadtarchivs Göttingen (re.). Mit dabei waren auch die Göttinger Dezernentin für Kultur und Soziales, Dagmar Schlapeit-Beck, und Dr. Jörg H. Lampe von der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (2. v. re.). Fotos: Paul

Göttingen. Ein Fahnenlied aus dem Jahr 1831, das der gebürtige Herberhäuser Dr. Dietrich Koch im Familiennachlass gefunden hat, beschreibt die Hintergründe der Göttinger Erhebung. Nun stellte er die Originalabschrift dem Göttinger Stadtarchiv als Dauerleihgabe zur Verfügung.

„Was in Kassel die Bierbrauer erzwungen, was die Braunschweiger, die Sachsen durchgesetzt, das wollen wir auch haben!" - was der Schriftsteller Heinrich Oppermann seinen Lesern in seinem Roman Hundert Jahre entgegenschmettert, findet sich auch in diesem Fahnenlied.

„Als Dietrich Koch bei mir anrief, ging meine Frau ans Telefon“, eröffnete Stadtarchivleiter Dr. Ernst Böhme die Übergabe-Veranstaltung mit einer Anekdote. Er sagte „Ich habe etwas gefunden“ und sie fragte scherzhaft „Am Strand?“ - Doch Koch hatte keine Muschel gefunden, sondern ein historisch wertvolles Dokument: ein Fahnenlied, „dessen Splitter man lesen und interpretieren muss und die nun Dank Dietrich Koch dem kollektiven Gedächtnis der Stadt zur Verfügung stehen“, so Böhme.

Der Wahl-Husumer (Kreis Nordfriesland, Schleswig-Holstein) hatte eigentlich nur die Geschichte seines Großvaters, eines ehemaligen Revierförsters aus der Region, mit Hilfe von dessen Nachlass aufarbeiten wollen. Dabei fielen ihm auch originale Schriftstücke aus der Zeit des Königreichs Hannover ins Auge - besonders hervor stach das Fahnenlied von 1831 in Kurrentschrift. „Damit war meine Neugier geweckt und ich begann mit den Recherchen“, sagte Koch. Er habe natürlich wissen wollen, ob das Schriftstück echt sei und wer es vor mehr als 180 Jahren aufgeschrieben habe.

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In Kurrentschrift: Diese originale Abschrift eines Fahnenliedes ist im Zuge der Göttinger Erhebung im Jahr 1831 entstanden.
In Kurrentschrift: Diese originale Abschrift eines Fahnenliedes ist im Zuge der Göttinger Erhebung im Jahr 1831 entstanden.

sei der wahrscheinlichste Urheber. Das bestätigte auch Dr. Jörg H. Lampe, der als Historiker einen Forschungsschwerpunkt auf der Geschichte des Königreichs Hannover im 19. Jahrhundert gelegt hat.

Laut seiner Theorie könne Kochs Urururgroßvater in einer Delegation nach Göttingen gereist sein, um sich den Aufständischen anzuschließen und dort von dem Lied erfahren haben. Noch wahrscheinlicher sei aber, dass jemand in seinem Wohnort das Fahnenlied vorgetragen habe, damit es möglichst viele mitschreiben konnten.

„Die Aktivisten damals haben einiges aufgeschrieben, mehr noch ist aus Angst vor drakonischen Bestrafungen durch das Militär verschwunden“, so der Mitarbeiter der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

„Es ist großartig, dass dieses Lied die Zeit überdauert hat.“ In dem Fahnenlied, das Koch gefunden habe, sei natürlich auch viel Pathos enthalten, aber Inhalt und Schrift passten in die Zeit. „An der Authentizität des Schriftstücks besteht daher kein Zweifel“, sagte Lampe.

Von Jasmin Paul

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