Minister Tonne ehrt Göttinger Schule

Hainberg-Gymnasium ist ausgezeichnete Demokratieschule

Ehrung: Minister Grant Hendrik Tonne mit Direktor Georg Bartelt (links), Schülern und Lehrern am Hainberg-Gymnasium stehen in der Schulaula und halten ein Schild.
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Ehrung in der Schulaula am Heinberg-Gymnasium: Minister Grant Hendrik Tonne mit Direktor Georg Bartelt (links), Schülern und Lehrern.

Das Göttinger Hainberg-Gymnasium ist nun eine Ausgezeichnete Demokratieschule. Minister Tonne überbrachte ein Schild und lobte HG-Schüler und Lehrer.

Göttingen – Wöchentliche Treffen der Schülersprecher mit dem Direktor, Projektunterricht, der abstrakte Begriffe wie Nachhaltigkeit, Menschenrechte oder Toleranz begreifbar macht, und eine LSBTIQ+-Beauftragte – Das und mehr macht das Göttinger Hainberg-Gymnasium zur „Ausgezeichneten Demokratieschule in Niedersachsen“.

Zur Würdigung des Engagements reiste Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) aus Hannover an. Die Landesregierung, so der Minister während der Feierstunde in der Schulaula, wünsche sich „mündige Bürger“. Sie sollten sich „aktiv, kritisch und selbstreflektiert in demokratische Prozesse einbringen“. Darauf bereite das Hainberg-Gymnasium Schüler „in vorbildlicher Weise“ vor. Demokratie sei „nicht selbstverständlich gegeben“. Sie müsse „als Lebens-, Gesellschafts- und Herrschaftsform immer wieder aufs Neue gelernt und gelebt werden“, betonte Tonne. Der Minister zeichnete die Göttinger als erste von insgesamt 15 Schulen aus. Sie hatten sich unter 39 Bewerbern durchgesetzt.

Er freue sich, dass das Hainberg-Gymnasium „einen ganz kleinen, ganz bescheidenen Beitrag zur Demokratiebildung leisten dürfe“, sagte Schulleiter Georg Bartelt. Es mache ihn stolz, wenn sich Hainberg-Gymnasiasten in der Schule, aber auch in der Stadt, dem Land und sogar – etwa mit Aktionen für die Schulpartner in Belarus und Tansania – international „standhaft und wehrhaft“ für Demokratie und Umweltschutz einsetzten.

Die vielen schlechten Nachrichten aus aller Welt könnten einen hoffnungslos stimmen, meinte Lehrerin Dr. Catherine Hauthal, Verfasserin des Bewerbungsantrags. Um so mehr schätze sie Unverdrossenheit, Mut und – etwa mit Blick auf die Fridays-for-future-Demonstrationen – die Bereitschaft, sich „nicht zu 150 Prozent“ an Regeln zu halten. Das Hainberg-Gymnasium sei eine Schule, die Partizipation einfordere. Bei ihnen solle das Abitur „ein echtes Reifezeugnis“ sein.

Vom Kampf einer Hand voll Schüler für eine geschlechtsneutrale Toilette im Gymnasium berichtete Schülerin Cosma Kraft von der Gruppe HG Queer. Die Jugendlichen, die sich einmal in der Woche während der Mittagspause 30 Minuten lang treffen, wollen über sexuelle Identitäten informieren und so Ausgrenzung vorbeugen. Sie fordern entsprechende Weiterbildungen für Lehrkräfte ein und verlangen Unterricht, der über „sicheren, einvernehmlichen Sex“ aufklärt.

Das selbstbewusste Engagement der Gruppenmitglieder habe auch damit zu tun, dass sie in finanziell gesicherten, politisch interessierten Akademikerhaushalten groß würden, gab Kraft zu bedenken. Geschlechtergerechtigkeit dürfe aber „kein elitäres Privileg“ sein, gab sie dem Minister mit auf den Weg.

Zu Wort kamen in der Feierstunde auch Fünftklässler, die den Unesco-Projektunterricht gewählt haben. Das Gymnasium bietet ihn seit 1993 an. Zudem spielte Schul-Bigband Jazztified. (Michael Caspar)

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