Neue Perspektiven

Projekt für benachteiligte Familien in Südniedersachsen

Die Volkshochschule: Sie ist im Göttinger Kreisgebiet für die Projektumsetzung verantwortlich.
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Die Volkshochschule: Sie ist im Göttinger Kreisgebiet für die Projektumsetzung verantwortlich.

Von Armut betroffene Familien erhalten künftig Unterstützung durch das südniedersächsische Modellprojekt TAfF. Die Abkürzung steht für „Teilhabe und Arbeit für Familien“.

Göttingen – Alleinerziehende Frauen mit Kindern sind besonders häufig von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen. Daher stehen sie bei dem Projekt im Mittelpunkt.

Ziel ist es, die Lebenssituation und die gesellschaftliche Teilhabe von Familien in Südniedersachsen zu verbessern. Dabei ist ein ausreichendes, eigenes Einkommen ist der beste Schutz vor Armut, heißt es.

TAfF will insbesondere Frauen durch ein Jobcoaching bei der Aufnahme oder Ausweitung einer Beschäftigung unterstützen. Ergänzend wird im Familiencoaching die ganze Familie beraten – zum Beispiel zur Entlastung des Familienalltags oder bei der Beantragung finanzieller Unterstützungsleistungen. Das kostenlose Angebot wendet sich an Familien mit Kindern unter 18 Jahren, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Kinderzuschlag beziehen beziehungsweise Anspruch darauf haben.

Hinter TAfF steht ein Verbund von Trägern und Kommunen aus Südniedersachsen. Für die Projektumsetzung ist im Göttinger Kreisgebiet die VHS Göttingen Osterode zuständig, in der Stadt Göttingen die Beschäftigungsförderung Göttingen und im Landkreis Northeim die Werk-statt-Schule.

„Im Landkreis Göttingen leistet TAfF einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Sozialstrategie“, erläutert Kreisrat Marcel Riethig. „Durch das Modellprojekt TAfF profitieren im Landkreis Northeim vor allem Familien von einer noch gezielteren und umfassenderen Beratung“, so Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.

Über die direkte Unterstützung von Familien hinaus will TAfF auch langfristige Verbesserungen erreichen. Bereits vor Corona waren trotz guter Wirtschaftslage und zahlreicher Jobangebote viele Familien von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht.

Neben Alleinerziehenden haben vor allem Familien mit Migrationshintergrund und haben ein vergleichsweise hohes Armutsrisiko. Göttingens Stadträtin Petra Broistedt betont: „Hier setzt TAfF im Stadtgebiet Göttingen an. Projektpartner in Göttingen ist die Beschäftigungsförderung, die durch muttersprachliche Mitarbeitende und ihre bisherigen Projekte einen besonders guten Zugang zur Zielgruppe hat.“

Interessierte können sich für ein unverbindliches Erstgespräch an die TAfF-Beraterinnen und Berater vor Ort wenden. Infos zu dem Projekt gibt es darüber hinaus auch in den Familien- und Nachbarschaftszentren.

Von Bernd Schlegel

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