Nummer gegen Kummer

Hilfe für Betroffene: Ein offenes Ohr auch bei Zeugnissen

Nummer gegen Kummer: Das Kinder- und Jugendtelefon steht für Anfragen bereit.
+
Nummer gegen Kummer: Das Kinder- und Jugendtelefon steht für Anfragen bereit. (Symbolbild)

Die Sommerferien beginnen bald auch in Niedersachsen nach einem sehr besonderen Schuljahr, das Umstände mit sich gebracht hat, die in vielen Familien für Stress und Unruhe gesorgt haben.

Göttingen – Das Kinder- und Jugendtelefon in Göttingen steht Ratsuchenden zur Seite – auch in Sachen Zeugnisvergabe.

In diesem Schuljahr wurden nicht nur Englisch-Vokabeln gepaukt, es kamen auch „neue“ deutsche Begriffe wie Inzidenzwert, Wechselmodell, Distanzunterricht und Bundesnotbremse hinzu. Als anstrengend und nervig beschrieben viele Schülerinnen und Schüler, die sich mit ihren Sorgen an das Kinder- und Jugendtelefon – der „Nummer gegen Kummer“ – wandten, die Situation im Homeschooling oder die Maskenpflicht in der Schule.

„Die anfängliche Begeisterung für Videokonferenzen flaute schnell ab und die indirekte Begleitung durch Lehrkräfte, der fehlende Kontakt zu Mitschülern, eine oftmals unzureichende technische Ausstattung, und keine Aussicht auf Normalität ließen die Motivation zuhause bei vielen allmählich schwinden.“ heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der „Nummer gegen Kummer“.

Wie sich das digitale Lernen auf die Zensuren der Schülerinnen und Schüler – auch in Göttingen und Umgebung – auswirkt, wird sich nun zeigen. Das kann die Vorfreude auf einen unbeschwerten Sommer bei manchem trüben. Auch die diesjährige Zeugnisvergabe kann Kummer bereiten oder zu Konflikten innerhalb von Familien führen.

Die Mitarbeitenden an den Beratungsangeboten der „Nummer gegen Kummer“ haben ein offenes Ohr für Kinder, Jugendliche und Eltern – auch bei Zeugnissorgen.

Nicht nur für die Schüler selbst, auch ür viele Eltern war es ein besonderes Schuljahr in Zeiten der Pandemie. Mütter und Väter sprachen am Elterntelefon der „Nummer gegen Kummer“ von Überforderung und Erschöpfungszuständen in Folge der Doppelbelastungen.

Auch teilten sie Ängste, dass ihre Kinder in ihren Leistungen nun nicht mehr mithalten können, weil sich das Homeschooling nur schwerlich umsetzen ließ. Rainer Schütz, Geschäftsführer von „Nummer gegen Kummer“ beschreibt: „Es gab erheblichen Redebedarf am Elterntelefon.

Die Probleme Zuhause nahmen teilweise zu, die Kontakte im eigenen Umfeld gleichzeitig ab. Es war und ist uns daher nach wie vor ein großes Anliegen, auch für Mütter und Väter erreichbar zu sein, ihre Sorgen aufzufangen und ihnen Mut zu machen.“

Das Elterntelefon ist aktuell montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, dienstags und donnerstags auch bis 19 Uhr, unter Tel. 0800/ 111 0 550 zu erreichen.

Kinder und Jugendliche finden montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter der Rufnummer 116 111 Unterstützung am Kinder- und Jugendtelefon oder rund um die Uhr bei der Online-Beratung.

Alle Beratungsangebote sind anonym und kostenlos erreichbar. Die speziell für ihre Aufgaben ausgebildeten Beraterinnen und Berater hören zu und überlegen gemeinsam mit den Kindern, Jugendlichen und Eltern, welche Lösungswege es geben kann. (Melanie Zimmermann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.