Hilfe für Eltern schwer kranker Kinder

Göttinger Arbeitskreis für kranke Kinder: Neun Institutionen haben sich gefunden

Mehrere Personen stehen auf einem Spielplatz verteilt voneinander, die vorderen beiden halten einen Zettel.
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Unterstützung für den Arbeitskreis für schwerkranke Kinder und Jugendliche: (von links) Dagmar Hildebrandt-Linne, Claudia Könnecke, Kerstin Mollenhauer, Jens Hillebrand und Maren Iben.

Um Hilfen für schwer kranke Kinder und ihre Eltern besser zu koordinieren, hat sich der Verein Elternhilfe für das krebskranke Kind jetzt mit anderen Institutionen zusammengetan.

Göttingen – „Aufgrund der Corona-Pandemie sind derzeit Eltern schwer kranker Kinder besonders vorsichtig mit ihren sozialen Kontakten“, berichtet Dagmar Hildebrandt-Linne, die Geschäftsführerin der Elternhilfe für das krebskranke Kind Göttingen.

Um die Hilfe in dieser schwierigen Zeit besser zu koordinieren, hat sich ihr Verein mit acht weiteren Einrichtungen und Institutionen zu einem Arbeitskreis zusammengefunden.

Beratungen coronabedingt am Telefon oder per Videokonferenz

„Der Lockdown mit seinen Einschränkungen, das Homeschooling der Geschwisterkinder oder der Wegfall von Treffen mit anderen Betroffenen trifft die Eltern hart“, sagt Hildebrandt-Linne. Sie hätten aufgrund der traumatisch wirkenden Diagnosen ohnehin zu kämpfen.

„Nun können wir Helfer die Eltern nicht einmal mehr in den Arm nehmen“, bedauert Kerstin Mollenhauer vom Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Göttingen. Vielen Betroffenen falle es schwer, sich bei Beratungen zu öffnen, die nun coronabedingt überwiegend am Telefon oder in Videokonferenzen stattfinden müssten.

„Wir haben vielfach mit den gleichen Menschen zu tun“, erläutert Hildebrandt-Linne den Ansatz des Arbeitskreises. So litten nur bei einem Drittel der Väter und Mütter, die bei ihnen im Elternhaus unterkämen, die Kinder unter Krebs. Bei einem weiteren Drittel seien die Kinder zu früh zur Welt gekommen.

Die Kinder der übrigen Eltern kämpften mit kardiologischen oder neurologischen Erkrankungen. Für jede der vier Gruppen gebe es eigene Initiativen, neben der Elternhilfe Kleine Löwen, Gekko und Flügelschlag. Sie hätten sich nun dem Arbeitskreis angeschlossen.

Immer mehr Kooperationen beim Einwerben von Spendengeldern

„Die Schwesternschaft Georgia-Augusta des Deutschen Roten Kreuzes ist mit ihrer sozialmedizinischen Nachsorge Fazit sowie mit ihrem geplanten Kinder- und Jugendhospiz Sternenlichter im Arbeitskreis aktiv“, sagt Sprecherin Maren Iben. Hinzu kommen noch das Kinderpalliativzentrum der Universitätsmedizin Göttingen und die häusliche Kinderkrankenpflege Kimbu.

Mit einer gemeinsamen Broschüre will der Kreis Eltern besser über das Angebot informieren. Er plant Aktionen, um das Tabu um Sterben und Tod zu brechen. Schulen möchte er helfen, die Rückkehr von Kindern und Jugendlichen nach langen Klinikaufenthalten unverkrampfter anzugehen.

Auch beim Einwerben von Spendengeldern gibt es inzwischen mehr Kooperation. So gewann der Arbeitskreis die Landbäckereien Hildebrand (Barterode) und Könnecke (Groß Schneen) für die Benefizaktion „Backen mit Herz“.

1000 Euro kamen so zusammen. Einen Scheck über diese Summe überreichten Jens Hildebrand und Claudia Könnecke Vertreterinnen des Arbeitskreises auf dem Spielplatz der UMG-Kinderklinik. (Michael Caspar)

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