Attacke auf Petry: Staatsschutz ermittelt

+
Frauke Petry

Göttingen. Frauke Petry, die Co-Vorsitzende der AfD, wurde am Mittwoch Opfer einer Attacke in einem Göttinger Lokal. Die Täter stammen vermutlich aus dem linksautonomen Spektrum.

Allerdings gab es zunächst widersprüchliche Darstellungen des Vorfalls, bei dem niemand verletzt wurde.

Die Alternative für Deutschland (AfD) sagte noch am Donnerstag, dass die Co-Vorsitzende gegen 16 Uhr mit Farbbeuteln angegriffen wurde. Andere Darstellungen sprechen von Fruchtsaft in den Beuteln. Auf der Facebook-Seite der AfD ist außerdem davon die Rede, es seien „linksextreme Parolen und Beleidigungen“ skandiert worden.

Aber: „Es gibt keine Hinweise auf einen Angriff mit einer Flüssigkeit“, sagte eine Sprecherin der Göttinger Polizei gestern. Die Beamten hatten insbesondere eine Angestellte befragt, die das Geschehen direkt beobachtet hatte. Und das räumte unterdessen auch die AfD in einer Korrektur ihrer Pressemitteilung ein: "Es handelte sich bei der Attacke auf Frauke Petry in einem Restaurant in Göttingen nicht um Farbbeutel. Das war in der Gemengelage und aufgrund der farbigen Flüssigkeit nicht sofort definierbar. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass es sich um Fruchtsaft handelte, mit dem sie überschüttet wurde“, so die Partei.

Der Fall liegt jedenfalls jetzt beim Staatsschutz der Polizei. Die Beamten leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung und Sachbeschädigung ein.

Lesen Sie auch:

AfD-Vorsitzende Petry in Göttinger Lokal attackiert

Die 39-jährige Petry, die laut Polizei noch am Mittwoch selbst Strafanzeige gestellt hat, hatte für ein Interview mit einem Journalisten in dem Lokal gesessen. Laut Polizei hatte zunächst eine unbekannte Frau das Lokal betreten und die Politikerin verbal beleidigt. Nachdem die Unbekannte das Restaurant wieder verlassen hatte, kamen fünf bis sechs weitere Personen in das Café. Im weiteren Verlauf soll es dann zu einem Wortgefecht gekommen sein. Dabei sei der Tisch, an dem Petry mit dem Journalisten saß, aus ungeklärten Gründen gekippelt. Es fielen unter anderem ein Glas mit Saft sowie ein gläserner Kerzenständer zu Boden.

Sofort nach dem Vorfall, der sich in kürzester Zeit abspielte, verließ die Gruppe das Lokal und entfernte sich in bislang unbekannte Richtung. Die Göttinger Polizei erfuhr erst später durch Veröffentlichungen im Internet von dem Vorfall. Eine Alarmierung durch Petry oder Zeugen unmittelbar nach der Tat erfolgte nach Angaben der Beamten nicht. Vor dem Lokal hat sich zudem eine Gruppe von etwa 25 Personen aufgehalten.

„Niederträchtig“

Die AfD reagierte unterdessen scharf auf den Zwischenfall: „Dieser brutale Versuch, die Meinungsfreiheit mit Gewalt einzuschränken, ist niederträchtig“, wird Petry zitiert. Diese Tat zeige erneut, dass „linksextreme Gewalt von den Altparteien immer noch sträflich verharmlost wird und offenbart das pervertierte Demokratieverständnis der linksradikalen Szene“.

Die Beamten begannen sofort mit den Ermittlungen. Noch am Abend gab es erste Befragungen am Tatort. Der genaue Tathergang ist aber weiter unklar. Die Polizei sucht jetzt nach den Tätern.

Petry hat übrigens eine ganz besondere Verbindung zu Göttingen: Die AfD- Politikerin ist Chemikerin und hat in der niedersächsischen Universitätsstadt promoviert. Mit Parteichef Bernd Lucke streitet sie um den künftigen Kurs der AfD.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.