Mehrere Spezialgruppen sind unterwegs

THW aus Südniedersachsen hilft bei Einsatz-Organisation und testet Trinkwasser für Krankenhaus

Der Bereitstellungsraum für Einsatzkräfte auf dem Nürburgring-Gelände: Aktive des THW aus Osterode sind an der Organisation beteiligt.
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Der Bereitstellungsraum für Einsatzkräfte auf dem Nürburgring-Gelände: Aktive des THW aus Osterode sind an der Organisation beteiligt.

Viele Bereiche in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wurden von den Folgen des Tiefs Bernd hart getroffen. Deshalb sind Mitarbeiter von drei Ortsverbänden des Technischen Hilfswerks (THW) aus Südniedersachsen weiterhin im Einsatz.

Update vom 19.07.2021, 13.10 Uhr: Aktive aus den Ortsverbänden Göttingen und Osterode des Technischen Hilfswerks (THW) sind weiterhin in den Hochwassergebieten im Einsatz.

Die Mitglieder der Fachgruppe Trinkwasserversorgung des Ortsverbandes Göttingen haben bereits erste mögliche Einsatzstellen untersucht und erste Gespräche mit Wasserversorgern geführt, um zu klären, wo die Hilfe gebraucht wird.

Am Krankenhaus in Ahrweiler ist bereits eine Fachgruppe Trinkwasserversorgung aus Hessen im Einsatz, damit das für die Region wichtige Krankenhaus so schnell wie möglich den Betrieb wieder aufnehmen kann.

Trinkwasseraufbereitung: Mit einer solchen Anlage, aufgenommen aus der Vogelperspektive, können pro Stunde 15.000 Liter Trinkwasser zur Verfügung gestellt werden. (Symbolbild)

An dieser Einsatzstelle sind die Laboranten des Ortsverbandes Göttingen tätig. Sie untersuchen das aufbereitete Wasser und stimmen sich dabei mit dem örtlichen Gesundheitsamt ab.

Einsatzkräfte aus Osterode sind weiterhin am Betrieb eines Bereitstellungsraumes für Einsatzkräfte auf dem Gelände des Nürburgringes beteiligt. Dabei übernehmen sie wichtige Organisationsaufgaben. Daran ist auch ein Aktiver aus dem Ortsverband Einbeck beteiligt.

Update vom 17.07.2011, 12.30 Uhr: Am Samstag wurde gegen 4.40 Uhr zusätzlich die „Fachgruppe Trinkwasserversorgung“ des THW-Ortsverbandes Göttingen alarmiert. Sie wird stark vom Hochwasser betroffenen Gebieten in der Eifel in den Einsatz gehen. Dort sind in zahlreichen Orten die Menschen ohne sauberes Trinkwasser. Die Spezialisten sind in der Lage, innerhalb weniger Stunden beispielsweise aus Flusswasser Trinkwasser aufzubereiten. Auf zwei Lastwagen und einem Anhänger haben sie eine Trinkwasseraufbereitungsanlage, Laborausstattung zur Untersuchung des aufbereiteten Wassers sowie Lagerbehälter für nicht aufbereitetes und aufbereitetes Wasser mit dabei.

Die gesamte Ausstattung steht nach Angaben von Axel Rentschka, Pressesprecher des THW-Ortsverbandes Göttingen, auf mehr als 30 Europaletten mit einem Gesamtgewicht von mehr als zehn Tonnen. Die Spezial-Anlage kann im vollen Betrieb unterbrechungsfrei etwa 15.000 Liter Trinkwasser je Stunde aufbereiten..

Aus dem Ortsverband Osterode startete ebenfalls am Samstag der Fachzug „Führung/Kommunikation“. Diese Aktiven werden die Koordination der anrückenden und in den Einsatz gehenden Einsatzkräfte von THW, Feuerwehr, Bundeswehr und anderen Hilfsorganisationen übernehmen.

So sieht ein Bereitstellungsraum für 500 Einsatzkräfte aus der Luft aus. Der Ortsverband Osterode unterstützt den Betrieb eines solchen mobilen Zentrums. (Symbolbild)

Dazu gehört auch die namentliche Erfassung und die Zuweisung von Ruheräumen in Zelten und festen Unterkünften. Speziell für Einsätze in diesem Umfang hält das THW Spezialisten für einen sogenannten „Bereitstellungsraum 500“ vor. Dieser war letztmalig beim Moorbrand in Meppen im Einsatz.

Update vom 16.07.2021, 16.29 Uhr: Die Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) aus Südniedersachsen haben etwa 2,5 Millionen Liter Wasser aus dem Wuppertaler Opernhaus abgepumpt.

35 Helfer aus Göttingen, Northeim und Osterode sind seit Donnerstag in der Großstadt im Bergischen Land im Einsatz. Der Fluss Wupper war in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag an zahlreichen Stellen über die Ufer getreten und hatte mehrere Bereiche des Stadtgebiets überflutet. Im Bereich Wuppertal war zuvor eine Regenmenge von etwa 130 Liter auf den Quadratmeter innerhalb weniger Stunden registriert worden.

Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks aus Südniedersachsen pumpten Wasser aus dem Opernhaus in Wuppertal (links) ab. In der Nacht zum Donnerstag war die Wupper nach langen Regenfällen über die Ufer getreten und hatte Teile der Stadt überflutet.

Am Freitag wurden die Einsatzkräfte in den Mittagsstunden nach Angaben von Göttingens THW-Pressesprecher Axel Rentschka zu einem Industriebetrieb beordert. Das Gelände und Werkshallen sind vollgelaufen. Insgesamt 25 Millionen Liter Wasser müssen dort abgepumpt werden.

Einsatz am Opernhaus in Wuppertal: Dort wurden vom THW 2,5 Millionen Liter Wasser abgepumpt.

Mit einer Gesamtpumpenleistung von etwa 21.000 Litern je Minute ist die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen des Ortsverbandes Göttingen eine der Spezialeinheiten des THW, die effektiv große Mengen Wasser abpumpen kann. Die Aktiven waren Donnerstag am Opernhausen und in einem nahen Seniorenheim im Einsatz. Dort waren die Tiefgarage und die Kellerräume vollgelaufen. Es wurden elektrische Tauchpumpen und auch die „Hannibal-Pumpe“ mit einer Förderleistung von 5000 Litern in der Minute eingesetzt. An beiden Punkten arbeiten die Göttinger Einsatzkräfte eng mit den beiden anderen THW-Einheiten zusammen. Das Stromaggregat der Fachgruppe Notinstandsetzung/ Notversorgung aus Osterode versorgte die Tauchpumpen mit dem notwendigen Strom, da in vielen Bereichen der Stadt die Versorgung ausgefallen war.

Ausgeleuchtet wurden die Einsatzstellen mit Lichtmast eines Stromaggregates und der umfangreichen Beleuchtungsausstattung der Fachgruppe Notversorgung / Notinstandsetzung. Für die Koordination war der Zugtrupp des Ortsverbandes Osterode zuständig. Am Freitag bekamen die Aktiven neue Aufgaben.

Aus Südniedersachsen wurde unterdessen auch die Fachgruppe Räumen des Ortsverbandes Clausthal-Zellerfeld entsandt. Die Einsatzkräfte haben unter anderem ihren Radlader und einen Lastwagen dabei.

Gemeinsam mit fünf anderen Fachgruppen dieser Art aus dem THW-Landesverband Niedersachsen/Bremen bilden sie den „Fachzug Räumen“. Er macht beispielsweise verschüttete Straßen wieder befahrbar.

Weitere THW-Mitarbeiter aus der Region stehen zudem auf Abruf bereit. Diese Einsatzkräfte sind auf die Trinkwasseraufbereitung und Versorgung sowie die Reparatur von Infrastruktur und die Notstromversorgung spezialisiert. (Bernd Schlegel)

Erstmeldung vom 15.07.2021, 12.50 Uhr: Göttingen/Wuppertal – Mit dabei sind die Ortsverbände Göttingen (Fachgruppe Wasserschaden und Pumpen), Northeim (Bergungsgruppe) sowie Osterode (Fachgruppen Notversorgung/Notinstandsetzung und Führungsunterstützung). Außerdem stellte das THW aus Einbeck einen größeren Stromerzeuger zur Verfügung. Die Einsatzkräfte, die mit zehn Fahrzeugen gegen 7.45 Uhr von Göttingen in Richtung Nordrhein-Westfalen starteten, sind mit mehr als zehn Fahrzeugen unterwegs. Für die Aktiven war es nach Angaben von Axel Rentschka, Pressesprecher des THW-Ortsverbandes Göttingen, eine kurze Nacht, denn sie waren bereits gegen 3.30 Uhr alarmiert worden.

Auf ihren Fahrzeugen haben die THW-Mitarbeiter unterschiedliche Pumpen dabei. Sie können je nach Modell bis zu 25 000 Liter Wasser in der Minute abpumpen.

Außerdem sind Stromaggregate und Beleuchtung für den Einsatz in der Nacht an Bord der Fahrzeuge. Aus Südniedersachsen wurden zudem die Fachgruppe Räumen aus Clausthal-Zellerfeld sowie eine weitere Einheit alarmiert.

Start in Richtung Wuppertal: Von Göttingen aus fuhren die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks ins Bergische Land.

Gegen Mittag hatten die Helfer aus Südniedersachsen die Region Wuppertal erreicht. Sie gingen noch am Nachmittag in den Einsatz.

In Wuppertal haben die Menschen massiv unter den Folgen der starken Niederschläge der vergangenen Tage zu leiden. Allein am Mittwoch wurde in der Großstadt eine Regenmenge von etwa 130 Liter je Quadratmeter gemessen. In vielen Bereichen ist der Strom ausgefallen. Der Fluss Wupper trat über die Ufer.

Anwohner wurden in einigen Bereichen der Stadt aufgefordert, sich nicht im Keller aufzuhalten, sondern in höher gelegene Wohnungen zu gehen. Besonders betroffen sind die Stadtteile Beyenburg, Heckinghausen, Langerfeld und Barmen. (Bernd Schlegel)

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