Seltene Nutztierrasse

Hochwasserschutz mit Leineschafen in Göttingen

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Schafe grasen in der Leineaue in Göttingen: Zur Pflege des Hochwasserbettes der Leine hat dort ab sofort die Beweidung begonnen. Eingesetzt werden Leineschafe, eine seltene und vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse.

Ein besonderes innerstädtisches Hochwasserschutzprojekt hat in Göttingen unter dem Motto „Leineschafe an die Leine“ begonnen. Zur Pflege des Hochwasserbettes der Leine beginnt dort ab sofort die Beweidung mit Schafen.

Eingesetzt werden Leineschafe, eine seltene und vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse. Die Stadt konnte dafür die „Schäferei Gutinga“ aus Gleichen-Ischenrode gewinnen. Die Beweidung erfolgt auf einer Fläche von insgesamt 23,4 Hektar – das entspricht der Größe von mehr als 30 Fußballfeldern. Die Schafe grasen zwischen dem Flüthewehr im Süden der Stadt bis zum Pfalz-Grona-Park im Bereich des Tierheims. Neben dem Leinebett steht den Tieren auch eine größere Grünfläche zur Verfügung. Lediglich die renaturierten Bereiche der Leine zwischen Eisenbahnbrücke und Godehardstraße bleiben ausgespart.

Die „Schäferei Gutinga“ bewirtschaftet unter anderem auch Weideflächen in thüringischen FFH-Gebieten. Das sind Natur- und Landschaftsschutzgebiete nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH). Die Verantwortlichen bringen also viel Erfahrung in der ökologischen Grünflächenpflege mit. Darüber hinaus leistet die Schäferei mit dem Einsatz der seltenen Leineschafe einen wesentlichen Beitrag zu Erhalt und Pflege der Kulturlandschaft, verbunden mit der Förderung lokaler Vermarktungskonzepte. Bei der Suche nach einer Schäferei war der Landschaftspflegeverband behilflich.

Das Ziel, das Hochwasserbett der Leine durch Schafbeweidung zu pflegen, fußt auf einem Beschluss der politischen Gremien vom Herbst vergangenen Jahres. Jetzt wird es in die Tat umgesetzt. Mit der Beweidung möchte die Stadt die Artenvielfalt fördern. Sie ist ein Baustein innerhalb des laufenden Verfahrens „Stadtgrün naturnah“, mit dem die ökologische Pflege der städtischen Grünflächen stärker in den Mittelpunkt rückt. Auf den Grünflächen entlang von Gewässern soll die Vielfalt an Blütenpflanzen erhalten und entwickelt werden, um damit eine dauerhafte Nahrungsgrundlage für Insekten zu schaffen sowie den Lebensraum für Vögel zu verbessert.

Die Beweidung unterstützt den Hochwasserschutz, da dadurch eine überschwemmungsfeste Grasnarbe fördert wird. Für die Göttinger ist es gleichzeitig ein attraktives Angebot zur Naherholung in der Natur. (bsc)

Weitere Infos gibt es hier.

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