Überraschende Forschungsergebnisse

Hoffnung auf Mittel gegen das Coronavirus aus Göttingen

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Deutsches Primatenzentrum (DPZ): Forschergruppe zu Corona in Göttingen: von links Dr. Markus Hoffmann, Hannah Kleine-Weber und Prof. Dr. Stefan Pöhlmann. 

Die Forschungen um den Coronavirus laufen weltweit auf Hochtouren – auch international vernetzt. Aus Göttingen machen Wissenschaftler des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) Hoffnung und verkünden überraschende Neuigkeiten.

Ein bereits existierendes, in Japan zugelassenes Medikament könnte eine erfolgversprechende Behandlungsmöglichkeit sein. Ein sofort verfügbares Mittel aber wäre es nicht.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Team von Wissenschaftlern auch vom DPZ und der Berliner Charitè. Ihre Zuversicht fußt auf der Erkenntnis, dass sie nun wissen, wie das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 in Zellen eindringt. Nur so ist eine Infektion möglich. Sie identifizierten – ausschließlich über die Untersuchung von Zellkulturen, als nicht am lebenden Objekt, ein zelluläres Enzym, das für Eintritt des Coronavirus in die Lungenzellen wichtig ist. Es heißt „Protease TMPRSS2“. „Damit haben wir einen Ansatzpunkt zur Bekämpfung des Virus gefunden“, sagt Stefan Pöhlmann, Leiter Abteilung Infektionsbiologie am Göttinger DPZ.

Auch, weil bekannt ist, dass das in Japan zugelassene Medikament Camostat Mesilate genau „Protease TMPRSS“ blockiert. Also untersuchten die Forscher, ob es auch die Infektion mit SARS-CoV-2 verhindern kann. Ergebnis: „Das Medikament blockiert das Eindringen des Virus in Lungenzellen“, sagt Markus Hoffmann, Erstautor der Studie. Hoffmann und die vielen weiteren beteiligten Forscher vermuten nun: „Es liegt nahe, dass Camostat Mesilate auch vor der Krankheit COVID-19 schützen könnte, was in klinischen Studien untersucht werden müsste.“

Dr. Markus Hoffmann, DPZ-Forscher

Hoffnung auf eine ähnliche Wirkung macht auch, dass der Vorgang des Anheftens über das Protein „Spike“ beim Coronavirus ähnlich funktioniert wie bei dem des SARS-Erregers und nutzt ebenfalles für die Aktivierung die genannte „Protease TMPRSS“.

VON THOMAS KOPIETZ

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