Wohnangebote über private Internetseite

Hoffnung für Studenten in Zeiten der Göttinger Wohnungsnot

Wollen verzweifelten Erstsemestern helfen: Tabea Töpperwien, Meike Becker, Laura Schuster und Andreas Zahn vermitteln über das Internet kostenlose Schlafplätze. Foto: nh

Göttingen. In Göttingen suchen immer noch viele Erstsemester verzweifelt nach einer Wohnung. Jetzt bieten Studenten Hilfe an, sie vermitteln kostenlos Wohnmöglichkeiten. die ersten Vorlesungen laufen bereits und noch immer suchen Erstsemester in Göttingen verzweifelt nach einer Bleibe.

So langsam wird es wirklich eng: Die Wohnheime sind voll, der private Wohnungsmarkt ist leer gefegt. Notquartiere, wie im B&B Hostel im Maschmühlenweg, sind ausgebucht, die ersten Vorlesungen laufen bereits und noch immer suchen vor allem Studenten im ersten Semester, als Neu-Göttinger, verzweifelt nach einer Bleibe.

Dass die Universitätsstadt doch noch Platz hat, zeigt jetzt eine studentische Initiative. Ziel ist es, wohnungslosen Erstsemesterstudenten zur Überbrückung kurzfristig kostenlose Schlafplätze zu vermitteln.

Über die Internetseite www.goettingen-hat-platz.de können Interessierte den Studienanfängern für ein paar Tage oder auch länger Übernachtungsmöglichkeiten anbieten. „Wir alle studieren an der Uni Göttingen und haben am eigenen Leib erfahren, in welche Ausnahmezustände sich die Stadt versetzen kann, wenn an der Universität wieder einmal zum Semesterstart geläutet wird“, sagen die Organisatoren. „Deshalb haben wir beschlossen, das Ganze in die Hand zu nehmen und die Menschen, die hier leben, mit den Neuankömmlingen zusammenzubringen.“

Von der Uni in die Praxis

Das Projekt sei bei einem Seminar an der Universität entstanden, in dem es darum ging, sich etwas zur Verbesserung des sozialen Lebens zu überlegen. „Uns fiel sofort ein, wo Hilfe am dringendsten nötig ist“, sagt Meike Becker, die das Projekt mit ihren Kommilitonen Tabea, Laura und Andreas ins Leben rief. Nach dem Ende des Seminars wollten sie ihr Projekt in die Tat umsetzen und wandten sich dazu an die Koordinatoren von „Kreativität im Studium“. „Da kann jeder, der an der Universität eingeschrieben ist, um Hilfe für seine Idee bitten“, erklärt Becker.

Dort sei man sofort begeistert gewesen und habe die Gruppe vor allem für die nötige Werbung unterstützt. Seit gut einem halben Jahr sei die Internetseite nun im Netz. „Wir wollen uns abgrenzen von Seiten wie Couchsurfing. Schließlich soll es regional und auf unsere Zielgruppe zugeschnitten sein“, sagt Becker. Zudem sei ihnen wichtig, dass alles unentgeltlich ablaufe. Bei uns hat jemand eine Annoce eingestellt, der fünf Euro für eine Übernachtung haben wollte. Die haben wir gelöscht“, betont die Studentin.

Erste Anlaufstelle zur Suche

Ziel sei es, die Wohnungssuchenden einige Tage aufzunehmen, damit diese die Suche nach einer richtigen Wohnung konzentriert angehen könnten, ohne jedes Mal wieder nach Hause fahren zu müssen. Die Nachfrage sei seitens der Suchenden sehr hoch, sogar nach dem Semesterbeginn. „Die Leute sind dankbar, wenn sie eine erste Bleibe finden und in Ruhe suchen können“, meint Becker.

Die Wohnsituation für Studenten in Göttingen ist nach wie vor schwierig. Laut Studentenwerk sind noch über 2000 Einträge auf der Warteliste verzeichnet. Auch die Notunterkunft im B&B Hostel ist bis Ende November komplett ausgebucht.

Das Studentenwerk empfiehlt Studenten, die noch auf der Suche nach einer Bleibe sind, sich an das Servicebüro Wohnen im Gebäude der Zentralmensa zu wenden. Zudem könne man im Internet nach neuen Angeboten Ausschau halten:www.studentenwerk-goettingen.de

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