Zuvor hatte es Kritik am Referenten gegeben

Hotel Freizeit In kündigt Veranstaltungs-Vertrag mit AfD

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Das Göttinger Hotel Freizeit In: Hier sollte der Diskussionsabend der AfD stattfinden. Der Vertrag wurde von der Hotelleitung inzwischen gekündigt.

Göttingen. Die Partei AfD wollte im Hotel „Freizeit In“ eine Informations- und Diskussionsabend zum Thema „Inklusion“ veranstalten. Daraus wird nun nichts.

Die Hotelleitung hat den Vertrag gekündigt.

Nach Bekanntwerden der Veranstaltung der Kreisverbände Göttingen/Osterode und Northeim der Alternative für Deutschland (AfD), die am 12. Mai stattfinden sollte, hatte es massive Kritik gegeben – insbesondere von der Grünen Jugend Göttingen. Sie nahm insbesondere Anstoß am Referenten des Abends, Professor Dr. Heiner Willing. Er habe laut Grüner Jugend nie zum Thema Inklusion geforscht oder publiziert, sondern befürworte ein vielgliedriges Schulsystem, was das Gegenteil des inklusiven Gedankens sei. Die Grüne Jugend hatte deshalb Proteste während der Diskussionsveranstaltung angekündigt. Deutliche Kritik gab es auch von den Jusos: Die AfD zeichne sich durch eine „extrem rückwärtsgewandte Gesellschaftspolitik“ aus.

Olaf Feuerstein, Geschäftsführer des Hotels Freizeit In, reagierte und hat den Vertrag mit der AfD gekündigt. „Bestimmte Parteien und deren Ansichten gefährden den Geschäftsbetrieb, die Sicherheit und das Ansehen unseres Hauses und deren vertretenen Inhalte entsprechen auch nicht unserer weltoffenen Haltung“, macht Feuerstein in einem Schreiben deutlich. Üblicherweise bearbeitet er persönliche alle Veranstaltungsanfragen aus politischen Parteien, aber bei über 50 Räumlichkeiten mit jährlich über 9000 Veranstaltungen könne auch den Mitarbeitern einmal etwas „durchrutschen“.

„Eine solche Veranstaltungsbuchung bei uns im Haus wie die der AfD hätte erst gar nicht zu Stande kommen dürfen“, sagt Feuerstein.

Gleichzeitig wies der Hotelchef darauf hin, dass in seinem Unternehmen verschiedene Arbeitsplätze für gehandicapte Menschen geschaffen wurden. Außerdem unterstütze die Unternehmensgruppe seit Jahren den Göttinger Verein Flügelschlag, der helfe, „kranken Kindern Flügel zu verleihen“.

Die Grüne Jugend Göttingen begrüßte die schnelle und mutige Entscheidung des Hotelchefs. „Die Ausladung ist ein eindeutiges Bekenntnis zu einer offenen und toleranten Gesellschaft und eine klare Absage an die rechtspopulistische und rassistische AfD“, heißt es in einer Reaktion.

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