Hunderte sahen "SoFi" am Institut für Astrophysik

Teleskop aus Pappe: Hunderte Menschen sahen die partielle Sonnenfinsternis am Institut für Astrophysik in Göttingen. Foto: Jürgen von Polier

Göttingen. Hunderte Menschen haben sich am Freitag die partielle Sonnenfinsternis am Institut für Astrophysik in Göttingen angesehen.

34 Schutzbrillen hatte das Institut dafür organisiert, die auf der Dachterrasse an Tischen und Geländern befestigt waren, sodass jeder einmal hindurchsehen konnte. Auch größere Abschnitte von Sonnenschutzfolie, der sogenannten Baderfolie waren aufgestellt worden. Als sich der Mond langsam vor die Sonne schob, entstand ein erstaunliches Zwielicht, oft zog das Publikum dabei amüsiert den Vergleich zu einem angebissenen Apfel.

„Wir wurden hier ziemlich überrannt“, sagt Professor Ansgar Reiners, der die Veranstaltung mitorganisiert hat. Leider konnten die Forscher nur die 34 Sonnenbrillen organisieren, da diese schon lange vor dem Spektakel nur noch sehr schwer zu kriegen waren.

Auch mitorganisiert hat die Veranstaltung Dr. Klaus Reinsch. Er schätzt sogar, dass „an die tausend Besucher“ gekommen waren, um das Schauspiel zu verfolgen. Für die Beusucher hielt Reinsch Vorträge zum Thema: Wie entstehen Sonnen- und Mondfinsternisse? Von diesem Angebot machten sogar 16 Kleinkinder vom Kindergarten Arche Gebrauch.

Sonnenfinsternis 2015: Institut für Astrophysik in Göttingen

Auch eine Liveübertragung der Sonnenfinsternis gab es auf großer Leinwand zu sehen und wem das nicht live genug war, der durfte auf der Dachterrasse einen Blick durch das sogenannte Schmidt-Cassegrain-Teleskop werfen.

Auch Jerome Baum hat sich die Sonnenfinsternis angesehen. Er studiert normalerweise Mathematik und hat den freien Tag der Semesterferien hier verbracht: „Mir hat es zwar Spaß gemacht“, sagt der 24-Jährige, „Ich hatte aber eigentlich gehofft, eine totale Sonnenfinsternis zu sehen“. Deshalb sei es nach einiger Zeit nicht mehr sehr spannend gewesen.

Eine totale Sonnenfinsternis war hingegen auf den Faröer-Inseln und in Spitzbergen zu sehen.

Das ist der Grund, warum der in einigen Medien vermutete Anstieg des Stromverbrauchs zumindest in Göttingen ausgeblieben ist. „Die Sonnenfinsternis hatte keinerlei Auswirkungen“, sagt Claudia Weitemeyer, Pressesprecherin der Stadtwerke. Auch Straßenlaternen seien nicht angeschaltet worden. „Bei einer totalen Sonnenfinsternis hätte es aber auf jeden Fall Auswirkungen gegeben“, sagt sie. Die wird es in Deutschland das nächste Mal erst am 3. September 2081 zu sehen geben. Für alle, die die partielle Sonnenfinsternis jedoch verpasst haben, gibt es bald eine weitere Chance: Am 12. August 2026.

Sonnenfinsternis 2015: Bilder unserer HNA-Leser

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