Umfangreiche Bauarbeiten

ICE-Neubaustrecke Göttingen-Hannover wird ab 11. Juni für sechs Monate gesperrt

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Ein ICE am Gleis 9 am Göttingen Bahnhof: Von dort starten die Schnellzüge Richtung Hannover und Hildesheim.

Bahnkunden müssen sich vom 11. Juni bis 14. Dezember auf eine Durststrecke auf der ICE-Neubaustrecke zwischen Göttingen und Hannover einstellen. Sie wird für ein halbes Jahres gesperrt.

Aktualisiert um 15.55 Uhr - Die Schnellstrecke Hannover-Würzburg zählt zu den wichtigsten Bahn-Verbindungen – bis heute habe sie 420 Millionen Reisende genutzt. Sie verkürzte die rechnerische Fahrtzeit zwischen Hamburg und München von 7:30 auf 5:20 Stunden.

Sanierung nach fast 30 Jahren Dauerbetrieb

Hintergrund der Bauarbeiten: Nach fast 30 Jahren Dauerbetrieb wird die ICE-Neubaustrecke zwischen Göttingen und Hannover aufgemöbelt. Insgesamt werden 142 Kilometer Gleis, 47 Weichen sowie 243.000 Schwellen erneuert sowie etwa 405 000 Tonnen Schotter ausgetauscht. Schon seit einigen Jahren sind die entsprechenden Verspätungen in die internationalen Fahrpläne eingearbeitet.

"Frischzellenkur" notwendig

Unsere alte Dame braucht eine Frischzellenkur“, sagte die für den Norden zuständige Konzernbevollmächtige der Deutschen Bahn (DB), Manuela Herbort. Gleichzeitig saniert die DB Schäden und Risse in acht Talbrücken sowie in neun Tunneln. 175 Millionen Euro veranschlagt das Unternehmen allein für die Bauarbeiten zwischen Hannover und Göttingen.

Umleitung auf alte Strecke

Die Fernzüge müssen in dieser Zeit über die alte Strecke im Leinetal umgeleitet werden beziehungsweise entfallen zum Teil sogar ganz. Außerdem müssen Kunden mit Fahrzeitverlängerungen um 30 bis Minuten auf gut eine Stunde zwischen Göttingen und Hannover rechnen. Das gilt auch für ICE-Fahrten zwischen Göttingen und Hildesheim.

Einige Züge entfallen

Um freie Kapazitäten auf der Altbaustrecke, die stark vom Güterverkehr belastet ist, zu schaffen, müssen während der Bauphase viele Regionalbahnen zwischen Göttingen und Kreiensen entfallen. Die Fahrgäste müssen auf den Metronom beziehungsweise Busse umsteigen.

Info-Offensive und zusätzliche Züge zwischen Northeim und Herzberg

Mit einer regelrechten Info-Offensive will das staatliche Verkehrsunternehmen die Belastungen für seine Kunden möglichst gering halten. Zusätzliche Züge sollen Ausfälle und Verspätungen abmildern. So setzt die Bahn zwischen Herzberg und Northeim weitere Bahnen ein, um ihren Kunden eine bessere Erreichbarkeit des Metronoms zwischen Göttingen und Hannover zu ermöglichen.

Zusatz-Fahrten zwischen Salzderhelden und Einbeck-Mitte

Von den 18 durchgehenden Zügen zwischen Einbeck und Göttingen fällt zwar die Hälfte aus. Dafür soll es aber „nach Möglichkeit“ zusätzliche Fahrten zwischen Einbeck-Mitte und Salzderhelden geben, um Zeitverluste bei baubedingten größeren Verspätungen des Metronom zu vermeiden. Dessen Regionalexpress-Züge sollen bis auf wenige Minuten Abweichung wie gewohnt fahren.

Göttingen: Die meisten Abfahrts- und Ankunftszeiten ändern sich nicht

In Göttingen selbst ändern sich die meisten Abfahrt- und Ankunftszeiten nicht. Im Norden und in Berlin kommen die Züge dagegen später an oder fahren früher los. Einige Verbindungen in die Bundeshauptstadt sowie nach Bremen und Hamburg fallen ganz aus.

Celle, Uelzen und Lüneburg sind Profiteure

Es gibt aber auch Profiteure der Bauarbeiten. Weil die Züge auf der ICE-Verbindung Karlsruhe-Stralsund, die normalerweise im Zweistundentakt an den Bahnhöfen Celle, Uelzen und Lüneburg stoppt, während der Sanierung ganz entfällt, lässt die Deutsche Bahn diese Bahnhöfe durch die Hamburg-München-Linie bedienen. Und die hält dann stündlich in den drei genannten Städten.

Sanierung der Neubaustrecke geht weiter

Mit dem Abschnitt Hannover-Göttingen ist die Sanierung der 327 Kilometer lange Neubaustrecke zwischen Hannover und Würzburg natürlich noch nicht beendet. Die weiteren Abschnitte müssen ebenfalls noch aufgemöbelt werden. Hier Planungen: 2021 ist der Abschnitt zwischen Göttingen und Kassel an der Reihe. 2022 läuft die Sanierung zwischen Fulda und Würzburg. 2023 wird schließlich der Abschnitt zwischen Kassel und Fulda aufgemöbelt.

Weitere Infos gibt es hier.

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