Haltestelle fällt weg

ICE-Züge werden knapp: Bahn streicht Stopps in Göttingen

IC statt ICE: Die Bahn muss wegen Fahrzeugknappheit Triebzüge durch solche lokbespannten Züge ersetzen. Um die längere Fahrzeit auszugleichen, werden ab Mitte April zwei Stopps in Göttingen ersatzlos gestrichen. Foto: dpa

Göttingen. Bei der Deutschen Bahn werden die Intercity-Express-Züge (ICE) knapp. Sie muss ab Mitte April ein Zugpaar durch lokbespannte Intercity (IC) ersetzen. Um die längere Fahrzeit auszugleichen, werden die Stopps in Göttingen gestrichen.

Das bringt Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer auf die Palme. Die Reduzierung der Verbindungen sei nicht akzeptabel, schreibt der Verwaltungschef in einem Brief an die Göttinger Landtags-, Bundestags- und Europaabgeordneten. Konkret geht es um das Zugpaar ICE 773 (Hamburg-Stuttgart) und 774 (Stuttgart-Hamburg). Ab dem 13. April ersetzt die Bahn bei diesen beiden Verbindungen statt der üblichen ICE-Triebzüge nur noch lokbespannten IC-Züge ein, die deutlich langsamer unterwegs sind. Um dies auszugleichen, fallen die Halte in Göttingen um 8.43 Uhr in Richtung Hamburg sowie um 19.17 Uhr in Richtung Stuttgart weg. Begründet wird die Maßnahme offiziell mit der „unzureichenden Verfügbarkeit der ICE-Flotte“.

Aus Sicht von Göttingens Oberbürgermeister Meyer ist es nicht nachvollziehbar, dass im Hochtechnologieland Deutschland seit einem Jahr fertig gestellte, neue ICE-Züge nicht in Betrieb genommen werden könnten, weil die Zulassung fehlt. Zugleich bat Meyer die Abgeordneten um Unterstützung dafür, dass die ab April gekürzten Verbindungen so schnell wie möglich wieder in den Fahrplan aufgenommen werden.

Gegenüber der Stadt macht die Bahn deutlich, dass es zu den beiden ausfallenden Zügen innerhalb von 15 bis 20 Minuten alternative ICE-Verbindungen bestehen. Die Entscheidung, die ICE durch lokbespannte IC-Züge zu ersetzen und auf einen Halt in Göttingen zu verzichten, bedeute keineswegs, dass die Deutsche Bahn den Systemhalt Göttingen einschränken wolle, schreibt Ulrich Bischoping, der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für die Länder Niedersachsen und Bremen, an Meyer.

Die Maßnahme werde rückgängig gemacht, sobald sich die ICE-Fahrzeugsituation entspannt habe und für diese beiden Züge wieder ICE eingesetzt werden könnten. Göttingen bleibe aber selbst bis dahin mit ICE- und IC-Zügen sehr gut angebunden, heißt es abschließend. (bsc) 

www.bahn.de

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