Ideen für Geschenke: HNA-Tipps zu Büchern aus und über Göttingen

Großartig: Fotos von Arnold Odermatt in einem Band des Steidl-Verlages. Repros/Fotos: nh

Göttingen. Noch kein Weihnachtsgeschenk? Macht nichts – hier eine nicht repräsentative Auswahl von Büchern, die aus der Verlagsstadt Göttingen und Umgebung kommen oder mit Göttingen zu tun haben – und schöne Geschenke sind.

„Kurz-Trips von Göttingen aus“, Heidi Rüppel/Jürgen Apel, LSRB-Verlag Witzenhausen, 288 S., 16,80 Euro: Die Autoren wollen Reiselust für Ziele in Deutschland wecken und Geschichte begreiflich machen. Sie empfehlen Kurzbesuche und Reisen über wenige Tage vom Standort Göttingen aus – im Umkreis von 50/100/200 und 300 Kilometer. Fazit: Eine Fundgrube für eine Wissensentdeckung auf Reisen im eigenen Land.

„Das Dschungelbuch 1 & 2“, Rudyard Kipling, Steidl-Verlag Göttingen, 526 S., 28 Euro:  Wer kennt nicht die wunderbare Geschichte vom Menschenjungen Mogli, der bei Wölfen aufwächst, und dessen tierische Freunde Baghira und Balu? Zum 150. Geburtstag des Autors Kipling hat der Steidl-Verlag eine bemerkenswerte Neu-Übersetzung von Andreas Nohl vorgelegt. Sie lädt – auch Dschungelbuch-Kenner zu Entdeckungen ein, begleitet von wunderbaren Illustrationen von Sarah Winter. Und: Das Buch liegt fein in der Hand.

„Das Tor zur Freiheit“, Sascha Schießl, Wallstein-Verlag Göttingen, 480 S; 39,90 Euro: Über das Grenzdurchgangslager wurde oft berichtet, in Zeitungen, Büchern und Filmen. Eine so intensive Aufarbeitung mit enormer Quellennutzung aber gab es wohl noch nicht. Autor Schießl schildert auch die Kriegsfolgen, die Erinnerungspolitik und den humanitären Anspruch im Lager von der Eröffnung bis 1970.

„Das gekränkte Gänseliesel“, Franz Walter und Teresa Nentwig, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen, 336 S., 15 Euro: Mehr als 20 Autorinnen und Autoren berichten über 250 Jahre Skandalgeschichten in Göttingen, von den Skandalen des Gottfried August Bürger über die Göttinger Erklärung aus 1957 zur Kernkraft, die Juzi-Razzia von 1986 bis zum Organspendeskandal 2012. Solide recherchiert, anschaulich zusammengefasst ist „das“ Verschenkbuch für Göttinger und Nicht-Mehr-Göttinger.

„Das Brautkleid aus Warschau“, Lot Vekemans, Wallstein-Verlag, 254 S., 19.90 Euro:  Der Wallstein-Verlag hat seit einigen Jahren ein Händchen für aufstrebende Autoren. Die mittlerweile preisgekrönte Niederländerin Lot Vekemans steht dafür: „Ein Brautkleid aus Warschau“, ist eine melancholische Liebesgeschichte mit fein beschriebenen Figuren.

„Ali – Tribut an eine Legende“, Alan Jewell und Bertram Job, Verlag Die Werkstatt, Göttingen, 112 S., 16,90 Euro: 2016 gingen viele Große, darunter auch „The Greatest“ - nicht nur nach eigener Einschätzung von Muhammad Ali. Das großformatige Buch liefert, obwohl vieles über Ali schon gezeigt wurde, noch nicht gesehene Fotos und zeichnet knapp, aber pointiert das Leben des sicher elegantesten Boxers seines Sports nach. Nicht nur für Fans.

„Geschichte Niedersachsens in 111 Dokumenten“, Wallstein-Verlag, Göttingen, 498 S., 29,90 Euro: In den sieben Landesarchiven lagern in Regalen mit mehr als 100 Kilometer Länge Dokumente und Urkunden mit historischem Wert. 111 haben die Herausgeber in akribischer Arbeit ausgesucht und so die Niedersächsiche Landesgeschichte nicht nur für Historiker interessant gespiegelt.

„Einfach Spitze Göttingen“, Isabel Trzeciok, Wartberg-Verlag Gudensberg, 96 S., 14,90 Euro:  Das Manko vorweg: 96 Seiten für „100 Gründe auf diese Stadt stolz zu sein“, so der Untertitel, sind einfach zu wenig. Denn die prima ausgewählten Eigen-, Besonder- und Schönheiten der Stadt hätten manchmal mehr Raum verdient. Für Göttinger, Ex-Göttinger und Gäste ein schönes, kleines Buch.

„Münchhausen: Die Wahrheit übers Lügen“, Flix/Kissel, Carlsen-Verlag, 190 S., 17,99 Euro:  Ein wunderbarer Comic über den Lügenbaron: Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs wird Sigmund Freud in den Buckingham Palast gerufen. Ein merkwürdiger alter Mann, der behauptet, er käme vom Erdbeerpflücken auf dem Mond, ist auf dem Dach gelandet. Es handelt sich um Baron Münchhausen. Freud soll nun herausfinden, ob dieser Mann lügt. Herrlich.

„Göttinger Stadtgespräche“, Vandenhoeck & Ruprecht, Christiane Freudenstein, 288 S., 18 Euro: Die Gelehrtenstadt Göttingen wurde und wird geprägt von Persönlichkeiten: Lichtenberg, Heisenberg, Gauß, Bismarck, Edith Stein und einige mehr werden von bekannten Göttingern wie Thomas Oppermann, Tete Böttger, Norbert Baensch und Heinrich Detering kurz porträtiert. Die Qualität der Texte ist daher unterschiedlich, was das Buch über „Stars“, die Göttingen prägten, nicht uninteressanter macht.

„Feierabend“, Arnold Odermatt, Steidl-Verlag, 408 S., 400 Fotografien, 65 Euro:  Gerhard Steidl macht exzellente und opulente Bildbände. Arnold Odermatt war Polizist in der Schweiz und „nebenbei“ Fotograf. Er war Sammler von Alltagsszenerien. Wunderbar allein das Titelfoto: Ein Verkehrspolizist beim Handstand mitten auf einer Kreuzung.

„Helmut Schön: Eine Biografie“:  Bernd-M. Beyer, Verlag Die Werkstatt, 544 S., 28 Euro:  Beyer legt eine intensiv recherchierte Biografie über den öffentlich gern unterschätzten Helmut Schön vor, über einen Trainer, der in der Periode der Schleifer a´ la Max Merkel seiner Zeit weit voraus war und mit der heutigen Generation der Plastikschuh-Kicker wunderbar zurechtkäme. Wieder ein großes Fußballbuch aus der „Werkstatt“ – über einen bescheidenen, bemerkenswerten Menschen.

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