Info-Veranstaltung der Grünen

Ideen zur Mobilität in Göttingen: Fahrräder und Pedelecs für Warentransport

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Referent: Diplom-Ingenieur Martin Röhrleef zeigte auf, wie der öffentliche Nahverkehr der Zukunft aussehen könnte.  

Göttingen. „Mobilität für morgen in der Region Göttingen – packen wir es an“ lautete das Thema einer gemeinsamen Sitzung der Grünen-Fraktionen aus Stadt und Landkreis Göttingen, zu der auch die Öffentlichkeit eingeladen war.

Rund 100 Interessierte waren in den Ratssaal des Neuen Rathauses gekommen, um sich anzuhören, wie sich Experten und Kommunalpolitiker die Mobilität der Zukunft vorstellen. „Für beide Grünen-Fraktionen ist die Veränderung der Mobilität das vorrangige Thema der angelaufenen Ratsperiode“, betonte Andrea Obergöker vom Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr, Bauen, Planen und Energie des Landkreises. Hier wolle man entscheidende Akzente für eine nachhaltige Mobilität setzen, damit Klimaschutzziele erreicht, die ländliche Bevölkerung mobil und die Stadtbevölkerung gesund bleibt. „Mobilität endet nicht an der Stadtgrenze, sondern muss zunehmend übergreifend gemanagt werden und dabei die Bedürfnisse der Bewohnerinnen von Stadt und Umlandgemeinden gleichermaßen im Blick haben“, so Obergöker. „Neue Antriebe und Digitalisierung werden die Mobilitätsmöglichkeiten grundlegend verändern”, ergänzte Sabine Morgenroth, Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität der Stadt Göttingen.

Wie in der Region Göttingen die Weichen richtig für eine zukunftsfähige, emissionsarme und attraktive Mobilität von morgen gestellt werden kann, zeigten die beiden Diplomingenieure und Mobilitätsexperten Martin Röhrleef und Peter Bischoff in ihren Vorträgen auf. Im Mittelpunkt standen die Fragen, wie Menschen aus ihren Autos und in öffentliche Verkehrsmittel geholt und wie Autos generell aus der Innenstadt geholt werden können.

„Wir stehen am Anfang einer Zeitenwende“, sagte Röhrleef. Es gelte, Alternativen für das privat genutzte Auto zu entwickeln und attraktiv zu machen. Schon jetzt gebe es bei den Mobilitätsdienstleistungen neben dem Öffentlichen Nahverkehr „viele kleine Pflänzchen wie Carsharing-Modelle oder Shuttle-Lösungen“. Durch sich autonom fortbewegende Fahrzeuge könnten künftig viele Möglichkeiten hinzukommen. „Diese zu vernetzen und dem Menschen komfortabel zur Verfügung zu stellen ist die Aufgabe der Planer“, so Röhrleef.

Wie schon jetzt in verschiedenen Großstädten Elektrofahrzeuge in der Citylogistik eingesetzt werden, zeigte Peter Bischoff. Seine Idee, Fahrräder und Pedelecs für den Warentransport in die Innenstadt einzusetzen, kam bei den anwesenden Kommunalpolitikern und dem Publikum ebenso gut an wie die Tatsache, dass er den Göttinger Fahrradschnellweg bei seinen Vorträgen bundesweit als positives Beispiel anführt.

Bei der anschließenden Diskussion waren sich alle Beteiligten in einem Punkt einig: Die Mobilität von morgen wird Geld kosten. Und die Rechnungen etwa für den Ausbau von Schnellbuslinien, eine Senkung der regionalen ÖPNV-Tarife oder die Entwicklung eines Konzepts für Citylogistik muss jemand bezahlen. Wer das sein wird, steht aber noch in den Sternen. „Immerhin ist die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis in punkto Nahverkehrsplanung schon jetzt sehr gut“, betonte Göttingens Bürgermeister Ulrich Holefleisch. Und das sei ja auch schon einiges wert.

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