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Warnstreik der IG Metall am Sartorius-Standort in Göttingen

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Von: Per Schröter

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Auch am Sartorius-Standort in Göttingen findet ein Warnstreik der IG Metall statt. Die Gewerkschaft fordert von Arbeitgebern acht Prozent für ihre Mitglieder.

Göttingen – Mit Warnstreiks auch an diversen Betrieben in der Region verleiht die IG Metall in diesen Tagen ihren Forderungen nach mehr Gehalt Nachdruck. Am Donnerstag (03.11.2022) wurde unter anderem am Sartorius-Standort in Göttingen gestreikt.

„Wer die Preise kennt, der will acht Prozent“, sagte ein Mitarbeiter der Unternehmensparte Sartorius Stedim Plastics mit Blick auf die Tarifforderung der IG Metall. „Und wer die Gewinne kennt, der will erst recht die acht Prozent.“

IG Metall: Warnstreik am Sartorius-Standort in Göttingen

Streik am Sartorius-Standort in Göttingen: Weit über hundert Mitarbeiter kamen am Donnerstag vor den Toren ihres Arbeitgebers zusammen.
Streik am Sartorius-Standort in Göttingen: Weit über hundert Mitarbeiter kamen am Donnerstag vor den Toren ihres Arbeitgebers zusammen. © Per Schröter

Weit über 100 Beschäftigte von Sartorius Stedim Plastics, Sartorius Stedim Biotech, Sartorius LAB Instruments und Sartorius Corporate Administration hatten sich zur Mittagszeit vor dem Haupteingang am Sartorius Campus versammelt, um gemeinsam lautstark für mehr Lohn zu plädieren, nachdem die ersten Tarifverhandlungsrunden ihrer Gewerkschaft mit den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie keine Ergebnisse gebracht hatten.

Warnstreiks gab es am Donnerstag auch an den regionalen Standorten von Demag Cranes & Components sowie Spänex. Am heutigen Freitag folgen Aktionen unter anderem bei Renold und Dura Automotive Systems in Einbeck, JL in Goslar, Miba Industrial Bearings Germany in Osterode, dem Novelis Deutschland-Werk in Göttingen sowie Multi-Color Germany und Musashi in Hann. Münden.

Warum acht Prozent? Diese Frage lässt sich laut IG Metall-Sprecherin Ellen Kleinert ganz einfach beantworten. „Die Inflation liegt derzeit bei rund acht Prozent, wobei vor allem die Preise für Energie explodieren“, sagte Kleinert. Dafür bräuchten die Beschäftigten einen Ausgleich.

Gewerkschaft IG Metall fordert von Arbeitgebern acht Prozent für ihre Mitglieder

„Ja, auch die Arbeitgeber sind von den Preissteigerungen betroffen – doch anders als die Beschäftigten kann die Mehrzahl der Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie ihre Preissteigerungen an Kunden weiterreichen“, so Kleinert weiter. Ihren Beschäftigten jedoch wollten die Arbeitgeber keine höheren Entgelte zugestehen.

„Auch in der zweiten Verhandlungsrunde machten sie bislang keinerlei Angebot, einige regionale Arbeitgeberverbände fordern sogar eine Nullrunde“, erboste sich Kleinert. Das aber sei mit der IG Metall nicht zu machen, zumal viele Betriebe „brummen wie nie“, der Auftragsbestand im Schnitt für ein halbes Jahr reiche und die Beschäftigten längst an der Belastungsgrenze arbeiteten. „Viele Unternehmen vermelden trotz Ukraine-Krieg sogar Rekordgewinne“, so die Gewerkschaftlerin.

Insgesamt brumme die Metall- und Elektroindustrie zwar, doch nicht allen Betrieben gehe es gut. „Das sehen auch die Tarifkommissionsmitglieder aus den gut laufenden Betrieben ein“, berichtete Kleinert. Daher hätten sich die Kommissionen schließlich auf eine gemeinsame, solidarische Forderung geeinigt, die auch die weniger gut laufenden Betriebe mitgehen können: Acht Prozent. (per)

Verwandte Themen: Im Mai 2022 rief Verdi auch in Göttingen zum Warnstreik von Erziehern auf. In Südniedersachsen wollen Gewerkschaften mit zusätzlichen Ausbildungsplätzen, besseren Arbeitsbedingungen und einer höheren Bezahlung dem Fachkräftemangel begegnen.

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