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IHK-Jahresempfang in der Lokhalle mit Abschied für Martin Rudolph

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Von: Thomas Kopietz

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Martin Rudolph übergibt beim IHK-Jahresempfang in der Lokhalle den Staffelstab an seine Nachfolgerin Nadia Mohseni.
Nun auch öffentlich: Martin Rudolph übergibt beim IHK-Jahresempfang in der Lokhalle den Staffelstab an seine Nachfolgerin Nadia Mohseni. © Stefan Beuermann/IHK/nh

Der IHK-Jahresempfang fand in der Göttinger Lokhalle statt. Höhepunkt des Abends war die Verabschiedung von Dr. Martin Rudolph.

Göttingen – Die Pandemie-Lage lässt es (noch) zu. Den Reigen der großen Empfänge, die sonst üblicherweise zum Jahresanfang stattfinden, eröffnete die IHK-Hannover in Göttingen. Dazu unser Check.

Wie viele Menschen kamen in die Lokhalle?

Etwa 500 Gäste, das waren vor Corona oft deutlich mehr.

Wie war die Atmosphäre?

Generell von der Freude bestimmt, sich wieder zum Klassiker im gesellschaftlichen Kalender IHK-Empfang treffen zu können, was Birgit Witter-Wirsam (IHK-Hannover Vizepräsidentin) voller Erleichterung und sichtbarer Freude zu Beginn sagte und vielen aus der Seele sprach.

Eine Begrüßung mit Birgit Witter-Wirsam.
IHK-Empfang: In der Lokhalle traf man sich physisch, wie bei der Begrüßung mit Birgit Witter-Wirsam. © Per Schröter

Was war der Höhepunkt?

Die wegen Corona verspätete öffentliche Verabschiedung von Dr. Martin Rudolph, der nach 33 Jahren IHK-Dienstjahren im Oktober in den Ruhestand gegangen war. Mehr als zwei Jahrzehnte war er in Göttingen tätig. Auf seine IHK-Zeit in Hannover blickte die dortige Geschäftsführerin Maike Bielfeld zurück, IHK-Vizepräsidentin Birgit Witter-Wirsam dann auf die längere – und für Rudolph selbst weit stärker präsente – Schaffensperiode in Göttingen. Sie betitelte Martin Rudolph als „Mister IHK“ und erinnerte mit zahlreichen zukunftsorientierten Projekten wie der Südniedersachsen-Innovationscampus (SNIC) und das Ausbildungsprogramm für junge Spanier ADELANTE, das etwa 500 Menschen eine Zukunft in der Region und Betrieben Fachkräfte gegeben hat.

Sprach auch Martin Rudolph Abschiedsworte?

Rudolph sprach bewegende und vortrefflich gewählte Worte, wirkte authentisch und bescheiden. Im Vordergrund stand der Dank an die Familie, aber auch an das Team der IHK-Geschäftsstelle, das nicht besser hätte sein können“. Die Mitarbeiter hätten sich oft von seiner Begeisterungsfähigkeit anstecken lassen, gleichzeitig aber auch auf ihn aufgepasst. Besonders während der Zeit in Doppelfunktion als Vorsitzender der Südniedersachsenstiftung und Geschäftsstellenleiter sowie im Oberbürgermeisterwahlkampf habe ihn das Team gestützt. Mit Blick auf die Entbehrungen, die die Familie durch Abwesenheit habe hinnehmen müssen, sagte der 64-Jährige ehrlich: „Manchmal hätte ich mich anders entscheiden müssen.“ Aber er stamme nun mal aus der Pflicht-Generation.

Was sagte Rudolph in Richtung Nachfolgerin?

Nadia Mohseni (35) solle alles anders machen als er, dann ist das gut. Er freue sich über den „richtigen Generationswechsel, einen über 50-Jährigen als Nachfolger habe ich nicht gewollt“. Ehrliche Freude kam auch rüber, als Ex-Leichtathlet Rudolph einen Staffelstab an Mohseni weitergab. Der Stab ist ein echtes Erinnerungsstück an Rudolphs High-School-Zeit in den USA. Am Ende standen alle im Saal auf, applaudierten lange. „Das tut ja gut“, sagte Rudolph. Ebenso, dass, wie die angenehme Moderatorin Katharina Müller anmerkte, auf der Bühne „endlich wieder einmal eine Umarmung zu sehen war“.

IHK-Geschäftsstellenleiterin Nadia Mohseni begrüßt Jens-Holger Schmidt.
Neue Chefin: IHK-Geschäftsstellenleiterin Nadia Mohseni begrüßt Jens-Holger Schmidt. © Per Schröter

Gab es auch Premieren beim IHK-Empfang?

Ja, auch das war der Pandemie und den Ausfällen der Empfänge 2020 und 2021 geschuldet. Erstmals sprach die IHK-Hannover Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeld vor großem Publikum in Südniedersachsen, wo sich die 2020 aus Stade nach Hannover auf den IHK-Niedersachsen-Chef-Sessel gewechselte Bielfeld nach eigenen Worten aber schon oft umgeschaut und bekanntgemacht habe. Sie sagte, dass die Ausbildung weiter eine Kernstärke der IHK sei, ebenso eine gemeinsame Ausrichtung und der Blick auf den Fortschritt in der Digitalisierung. Bielfeld blickte nur kurz zurück auf die Schwierigkeiten der Pandemie-Jahre. Auch erstmals als Redner am Pult in Göttingen: IHK-Hannover-Präsident Gerhard Oppermann. Er erinnerte an die Probleme und Leistungen in der Pandemie, die Schwächen bei Digitalisierung, Bürokratie und Fachkräftemangel noch deutlicher gemacht habe. Oppermann blickte aber nach vorne: Politik, Verwaltungen und Unternehmen müssten schneller werden – auch bei der Energiewende. Die Chance Norddeutschlands sei: Industrie folgt Energie. „Und der Wind weht am stärksten bei uns.“

Gab es kritische Töne?

Ja. Oppermann kritisierte diese Langsamkeit in Politik und Verwaltung. Generell gelte: „Machen, nicht nur reden.“ Birgit Witter-Wirsam rief die Südniedersachsen zu mehr Teamgeist auf. Ihr Appell mit Fingerzeig: „Es geht nur gemeinsam.“ Trends, die in Stadt und Kreis gegeneinander wirkten, müssten gestoppt werden: „Die Stadt braucht das Umland, das Umland braucht die Stadt.“ Gemeinsam könne Südniedersachsen zur starken Marke werden. Und: Aus einer „schrumpfenden Boomregion“ müsse eine „zukunftsfeste Boomregion“ werden.

(Thomas Kopietz)

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